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You just want Attention
Nora Demidova, Juris Demidov 13.01.2015 Aufenthaltsraum
#1
» You just want attention «
You got me thinking about when you were mine
And now I'm all up on you, what'd you expect?

» Nora Demidova & Juris Demidov | Nachmittags | 13. Januar | Durmstrangschiff «

Der kalte Wind fegte nun schon seit einigen Tagen über die mittlerweile eher dunkel ausschauenden Ländereien von Hogwarts und ließen das große und rustikal wirkende Schiff der Durmstrangschüler immer wieder dramatisch wackeln. Auf wundersamerweise – okay, wahrscheinlich eher weil es Magie beinhaltete – war der See auf dem das Schiff verweilte nicht zugefroren und so konnte es sich immer wieder mit dem Wind bewegen, leise knarzen und die Wellen die sich bildeten an sich abprallen lassen. Schon seit einigen Tagen lagen die Ländereien unter einen Schneeschicht und es gab mehr als genug Schüler die sich draußen herum tummelten, Schneemänner bauten, Schneeballschlachten machten oder andere lustige Aktivitäten die sich mit der Kälte vereinbaren ließen. Eine Tatsache die die junge Demidova etwas frustrierte war, das sie aktuell kein Qudditich spielen konnte, geschweige denn auf ihrem Besen reiten konnte. Der Wind war teilweise zu stark und einfach zu kalt. Das Quidditchfeld lag ebenfalls unter einer Schneedecke und so hatte man es ihnen untersagt trainieren zu dürfen. Selbst wenn sie hier nicht an Turnieren teilnahmen, so wollte die junge Brünette doch dennoch nicht aus der Übung kommen. Ein leises seufzen drang aus ihrer Kehle als sie daran dachte und ihr Blick glitt zu dem kleinen Feuer im Kamin, neben dem sie saß.
Sie hatte sich aufs Schiff zurück gezogen, nachdem der Unterricht beendet war. Vorher hatte sie sich jedoch ein oder zwei Lektüren und Lernstoff aus der Bibliothek mitgenommen und hatte diese nun vor sich auf dem Boden ausgebreitet. Daneben ein Stück Pergament, ihre Feder und ein kleines Glas Tinte. Dank des vielen Schnees waren viele ihrer Mitschüler draußen, so konnte sie in Ruhe um Aufenthaltsraum des Schiffes sitzen und lernen ohne dabei jemanden zu stören oder selbst großartig gestört zu werden.

Es waren nun schon einige Monate vergangen seitdem sie hier in Hogwarts angekommen war und es waren so viele seltsame und doch spannende Dinge passiert. Nicht nur das Juris sein Spiel mit ihr fortgesetzt hatte… Nein, seit neustem schien es er auf eine Hogwartsschülerin abgesehen zu haben. Nicht auf die Böse Art und Weise, sondern eher das er sie erobern wollte. Jedes mal wenn die kleine Brünette daran dachte zog sich ihr Magen zusammen und sie fühlte sich hundeelend. Warum wollte er diese Hannah und nicht sie? Keiner wusste davon, das Juris bereits seit einiger Zeit einen besonderen Platz in ihrem Herzen ausfüllte. Das sollte auch niemanden wissen, vor allem nicht Jursi! Sie würde in Teufelsküche kommen wenn jemand wüsste das sie in ihren Adoptivbruder verliebt war!

Gerade als sie den Absatz über die Pudwudgie beendete hatte, schienen ihre Bücher verrückt zu spielen. Wie durch Zauberhand schlugen sie ständig die Seite um und Nora kam nicht mehr hinterher sie wieder zurück zu blättern. Sie wollte schon anfangen zu fluchen als sie den Kopf hob und sich leicht nach rechts drehte. Da stand er wieder, mit seinem süffisanten Grinsen und versuchte sie zu verunsichern. Er versuchte es immer wieder, traf dabei oft genug ins schwarze und damit auch ihre Gefühle. „Juris!“ gab sie in einem fast schon neutralen Ton von sich und blätterte weiter zurück zu den Seiten die sie brauchte. „Kann ich dir irgendwie helfen?“ meinte sie dann noch, hatte ihren Blick aber bereits von ihm abgewendet.

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#2
Juris mochte die Dienstage nicht sonderlich. Das hatte sehr unterschiedliche Gründe. Zum einen hatte er einen (relativ) vollen Stundenplan. Er musste zwar nicht so früh raus, dafür saß er aber auch bis in die Abendstunden, was im Winter bedeutete, dass es bereits dunkel wurde, wenn man dann wieder aus den Kerkern auftauchte. Der Tag versandete also irgendwie. Immerhin war die letzte Stunde Zaubertränke, damit konnte er einigermaßen etwas anfangen, außerdem respektierte er Professor Nott, was er nicht von allen Lehrkräften behaupten konnte - aber gut, das war ein anderes Thema. Was ihm aber noch viel weniger schmeckte als die Länge seines »Arbeitstages« war die Tatsache, dass Nora einen zum ihm entgegen gesetzt Stundenplan hatte. Wenn er im Kerker vor sich hin köchelte, hatte sie schon den ganzen Nachmittag frei gehabt. Ein ganzer Nachmittag, von dem er nicht wusste, was sie trieb, mit wem sie sich traf, was sie unternahm. Er war ahnungslos und das störte ihn. Er war nicht hergekommen, um sich für seine Zaubertricks feiern zu lassen und Punkte für seine Schule zu sammeln. Er war auch nicht gekommen, um irgendwas oder irgendwen zu repräsentieren. Er war genauso wenig gekommen, um sich eine schöne Zeit zu machen - auch wenn das ein netter Beigeschmack war. Nein, er war hier, weil sie hierher gewollte hatte. Er würde überall hingehen, wo sie war, das wusste er. Manchmal waren seine Ausreden dafür etwas dürftig, aber das machte eine strenge, bissige Stimme auch schnell wieder wett. Er war hier, weil sie hier war und an den Dienstagen lief er ihr nicht einmal über den Weg. Nein, er mochte die Dienstage wirklich nicht sonderlich.

Während die anderen aus seinem Kurs in Richtung große Halle steuerten, wo bald das Abendessen aufgetaut werden würde, entschied er, auf Speis und Trank zu verzichten und sich lieber seiner schlechten Laune zu widmen, die er über die Erkenntnis des faden Nachmittags gesammelt hatte. Er hatte nicht vor, sich heute noch großartig mit jemandem auszutauschen. Selbst für die Schüler draußen auf den Schneewiesen hatte er kaum einen Blick - Schneeengel-malende Idioten! Er sondierte nur kurz, ob Nora irgendwo unter ihnen war. Von Hannah wusste er, dass sie heute in der Bibliothek lernte. Er hatte kein Interesse daran, sie aufzusuchen, schließlich hatte er ihr just letztes Wochenende einen Kuss stehlen können und das war schon genug Engagement für ein paar Tage gewesen. Er fuhr sich kurz mit der Zunge über die ausdruckslosen Lippen und hatte das Gefühl, sie schmeckten immer noch nach Unschuld. So ähnlich fühlte es sich sicherlich an, wenn man einen Engel küsste, aber er wollte das hier jetzt nicht weiter mit sich ausdiskutieren. Er wusste, er würde nie einen küssen, deshalb begnügte er sich ja mit Hannah.

Ohne sich zu regen, wischte Juris die Gedanken an die Ravenclaw aus seinem Kopf, als er auf das Durmstrang-Schiff zusteuerte, das in den Wellen wog. Ihm kam die Idee, dass er sich mal wieder einen netten Schachabend gönnen könnte mit einem kleinen Glas Gefälligkeit und dem Knistern des Feuers im Rücken. Der Vorschlag gefiel ihm gut, aber er zerbrach wie im Traum vor seinen Augen, als er den Gemeinschaftsraum betrat und sein Blick auf jemanden fiel.
Juris war kein lauter Mensch. Er konnte sich elegant und umsichtig bewegen, wenn er wollte, deshalb neigte er auch nicht dazu, in Räume zu poltern. Nora hatte ihn nicht gehört. Sie saß voll konzentriert auf dem Boden des Gemeinschaftsraumes, brütete über den Büchern, mit denen sie ihr Umfeld gepflastert hatte und schrieb Worte auf ein Pergament. Langsam und lautlos schloss Juris die Tür hinter sich und entschied, einfach im Türrahmen stehen zu bleiben und sie zu beobachten. Stumm zog er sich die Mütze vom Kopf und steckte sie in eine der Manteltasche, in denen gerade noch seine Hände gewesen waren. Anscheinend arbeitete sie an einem Aufsatz. Sein Blick heftete sich für eine Weile an ihre Hand, die mit Leichtigkeit die Feder über das Papier führte, als flößen die Worte einfach nur so aus ihr heraus. Sie hatte schmale, elegante Finger. Nur beim Quidditch waren sie nicht liebevoll, aber gerade das machte sie ja zu einer guten Treiberin. Er betrachtete ihr volle Haar, das ihr über den Rücken fiel und im Licht des Raumes zart schimmerte. Er wusste, wie seidig es war und wie viele Farben darin stecken konnte, wenn das letzte Sonnenlicht sie berührten. Juris merkte, wie sich seine Hand regte in der Vorstellung, es einfach so zu berühren - ruckartig ballte er sie zu einer Faust und sah dabei zu, wie sich seine kurzen Fingernägel in die Haut gruben. Der leichte Schmerz trieb die Gedanken fort und weckte ihn aus seiner Trance. Sie nahm ihm schon wieder die Kontrolle über sich selbst. Sie saß so unbekümmert dort und schrieb ihren Aufsatz und realisierte gar nicht, was um sie herum geschah. Juris merkte, dass er anfing, sich über Nora zu ärgern und damit betrat er ein Terrain, auf dem er sich deutlich sicherer fühlte.
Er musste gar nicht lange darüber nachdenken, den Zauberstab zu ziehen und in auf eines ihrer Bücher zu richten. Er war schnell zu einem stummen Zauberer geworden, deshalb brauchte er kein Wort dazu verschwenden, um die Seiten zum Tanzen zu bringen. Immer, wenn Nora nach ihnen greifen wollte, bewegte er seinen Zauberstab ein kleines Stück und wirbelte die Blätter wieder auf. Von links nach rechts und wieder zurück. Er sah zu, wie sie versuchte, das Buch wieder in ihre Gewalt zu bringen, aber es wandte sich aus ihrem Griff, als würde es sich davon stehlen. So gefiel ihm das schon deutlich besser. Er hatte die Kontrolle und sie musste zusehen, wie sie zurecht kam. Natürlich brauchte es nicht lange, bis sie begriff, dass ein Zauber dahinter stand - und weil sie ihn kannte, drehte sie sich nach ihm um.

Ja, genau, hier war er und hatte sie mal wieder im Blick. Auf Juris’ Lippen schlich sich ein kaltes Grinsen, während er den Zauberstab senkte - er hatte keinen Grund, seine Taten zu verstecken, es war niemand hier. Als sie seinen Namen sprach, fand er, dass sie ruhig etwas mehr Elan zeigen können, aber gut, er konnte ja auch mal gönnerhaft sein. Es war schon richtig so, dass sie sich nicht gerade freute, ihn zu sehen. Sie war genau da, wo er sie haben wollte. Nora begann ein Gespräch und beendete es gleich wieder, in dem sie sich von ihm abwandte. Er hatte sie doch nicht da, wo er sie gerne hätte. „Als ob du jemals eine Hilfe wärst“, gab er schneidend zurück und stemmte sich vom Türrahmen an, an dem er gelungert und geträumt hatte. Bah, darüber wollte er gar nicht nachdenken! Er schlenderte in Ruhe zu ihr hinüber, aber anstatt sich auf den Boden fallen zu lassen, schnappte er sich einen Stuhl und knallte ihn schwungvoll neben ihr Papierwerk, was das einzige war, dass noch zwischen ihnen stand. Wie beiläufig lehnte er sich vor und nahm ihr das Pergament weg, auf dem sie geschrieben hatte. Er war so schnell gewesen, dass es ihren Fingen entglitten war. Hm, schön, dass man sie doch noch überraschen konnte. Er ließ sich auf den Stuhl sinken und rollte ihren Aufsatz auseinander. Pukwudgies. Er runzelte leicht die Stirn, regte sich ansonsten aber nicht. „Wow, wir lernen zum Abschluss etwas über Fabelwesen“, ätzte er wenig beeindruckt über die Inhalte, mit denen sich Nora anscheinend gerade beschäftigte. Das Niveau in Hogwarts war seiner Meinung nach nicht gerade überragend, aber seinen Ansprüchen gerecht zu werden war generell ein schwieriges Unterfangen. Er senkte das Pergament und betrachtete Nora über dessen Kante hinweg. Er hatte nicht vor, es so schnell wieder aus der Hand zu geben. „Vielleicht solltest du noch eine kleine Skizze dazu zeichnen, wenn du mal wieder ein Ohnegleichen einsacken willst, was Nora?“, schlug er ihr vor, beugte sich zu ihr hinunter und streichelte liebevoll ihre schwungvolle Feder. „Hm, vielleicht nehm ich dir den Job besser ab, damit wirklich was draus wird“, fügte er gedämpft hinzu und lächelte süßlich. Er entschied sich dagegen, ihr den Feder auch noch wegzunehmen. Die Drohung musste seinem Selbstwertgefühl erstmal reichen - mal abgesehen davon, dass sie eine Million Mal besser Figuren auf ein Papier bringen konnte. Auch hier stand er in ihrem Schatten. Wie er das hasste.
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#3
Es war damals selbstredend gewesen das Nora unbedingt mit nach Hogwarts wollte. Solch eine Chance bot sich immerhin nicht sehr oft im Leben und wer konnte schon von sich behaupten seinen Namen in den Feuerkelch geworfen zu haben?! Richtig, nicht wirklich viele. Glücklicherweise hatten ihre Adoptiveltern nicht wirklich viel daran auszusetzen, stellten aber im Kontext die Bedingung das Juris ebenfalls mit nach Hogwarts reisen würde. Für einen Bruchteil der Sekunde war sie vollkommen hin und her gerissen gewesen. Die eine Seite von ihr wollte nicht von ihm getrennt sein – diese Seite würde am liebsten Tag und Nacht an seiner Seite verweilen – und die andere Seite hatte sich insgeheim darüber gefreut mal ein Schuljahr lang nicht von ihm und seinen ach so wechselhaften Launen gepiesackt zu werden. Wobei man dazu sagen musste das der Demidov dies auch nur tat wenn er die Brünette alleine antraf. Umgab sie sich mit Mitschülern oder Freunden, ließ er sie meist zufrieden ihrer Wege gehen. Ein sehr seltsames und verwirrendes Unterfangen hinter welches Nora bis heute nicht gestiegen ist. Für sie machte das Verhalten von Juris keinerlei Sinn, es hatte weder Hand noch Fuß und sie zerbrach sich fast täglich darüber den Kopf. Doch sie wollte einfach zu keinem sinnvollen Ende kommen. Zum Mäuse melken!
Doch nachgiebig wie sie war (und sie musste dazu sagen, sie wollte wirklich unbedingt mit nach Hogwarts!) konnte sie ihren Adoptiveltern diesen Wunsch selbstverständlich nicht ausreden. Abgesehen von den üblichen Versprechungen - „Pass auf dich auf!“ „Schreib uns regelmäßig!“ - hatte sie sich selbst auch eine gemacht: Sie würde endlich heraus finden welcher Dämon Juris so quälte und weswegen er sich ihr gegenüber so verhielt.
Sie musste jedoch gestehen das sie dem Geheimnis noch immer kein Stück näher gekommen war, was sie unglaublich frustrierte. Nein mehr sogar, es quälte sie schon fast. Fast schon mehr als sie ewigen Streiche die er ihr immer spielte. Auch wenn sie sich über diese immer wieder ärgerte, wusste sie das ein kleiner Teil – ganz tief in ihr drinnen – sich doch immer wieder aufs neue darüber freute seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Eine Aufmerksamkeit die er nur ihr schenkte und die ganz alleine ihr galt. Denn wie bereits erwähnt, tat er dies nur wenn er sie irgendwo alleine antraf. War es eher ein haschen nach Aufmerksamkeit von ihrer Seite aus? Sie wagte es gar nicht diese Frage überhaupt nur laut auszusprechen, wer wusste welch Strom aus Flüchen dann auf sie herein regnen würde. Nein, lieber stumm bleiben und analysieren. Auch wenn das leichter gesagt als getan war. Selbstverständlich hatte Nora das werben um die Ravenclaw Schülerin mitbekommen, hatte man sie sogar zum Teil nach ihr gefragt ob sie denn etwas genaueres wissen würde. Wussten die Leute in Hogwarts denn mittlerweile nicht um die „Beziehung“ zwischen den Demidov Geschwistern – wobei sie genau genommen ja gar keine Geschwister waren, zumindest nicht Blutsverwandt – und warum solle gerade sie den Gossip der Schule füttern?! Nein danke. Zumal Nora gar nicht darüber nachdenken wollte das Juris schon alles mit der Schülerin getan hatte, was er in ihren Träumen lieber mit ihr hätte tun sollen. Stop! Böse Gedanken!
Dennoch kam sie nicht umrum sich einzugestehen das jeder Gedanke an ihn und diese Simmerman sie schmerzte. Sehr sogar, mehr als sie zugeben würde. Nach außen hin ließ sie sich dies natürlich nicht anmerken, denn auch dann würde sie in Teufelsküche kommen. Es war wie ein endloser Teufelskreis.

Schon immer hatte Juris die Gabe besessen sich lautlos an sie heran zu schleichen. Hatte er schon immer um sie herum gelauert während sie nicht mal die leiseste Ahnung hatte das er sich überhaupt in ihrer Nähe befand. Eine etwas unheimliche Eigenschaft und dennoch bewunderte die Brünette ihn ein wenig dafür. Sie selbst wusste zwar auch wie man sich grazil und elegant bewegte, war aber bei weitem nicht so lautlos wie er. Dennoch hatte sie das Talent unschuldig, rein und unberührt zu wirken ohne dabei auf einer Lüge aufzubauen. Sie war einfach so und konnte nichts gegen diese Aura tun. Ihre Himmelbauen Augen untermalten das Gesamtbild nur noch mehr und Nora konnte manchmal nicht umrum das sie gerne aus diesem Kreis ausbrechen würde. Quidditch half ihr dabei, denn dies waren die wenigen Momente in denen sie weder die perfekte Tochter, noch das Reinblut, noch die perfekte Schülerin mimen musste. Beim Quidditch konnte sie sie selbst sein, ohne jegliche Grenzen.
Das Juris sich auch dieses mal lautlos an sich heran geschlichen hatte wunderte sie nicht besonders, doch konnte sie nicht leugnen das ihr kleines Herz einen Sprung machte, als ihre Augen sein Gesicht erfassten. Für einen kleinen Moment ließ sie ihren Blick über dessen Konturen gleiten, doch senkte diesen wieder schnell genug um es nicht auffällig wirken zu lassen. Mit ihren grazilen Fingern strich sie sich die haselnussbraunen Haare hinter die Ohren und wendete sich wieder ihrem Pergament zu, wohl wissend das Juris so schnell nicht aufgeben würde – nicht wo er sie endlich alleine angetroffen hatte. Seinen Kommentar ließ sie achtlos im Raum stehen, kümmerten sie solch bissigen Kommentare schon lange nicht mehr. Er würde sie jedoch dennoch nicht in Ruhe lassen.
Ihre Gedanken bestätigten sich als er sich einen Stuhl heran zog und sich direkt neben sie und ihr kleines Minenfeld aus Büchern setzte. Sie nahm gerade ihr Pergament hoch als Juris es ihr schon mit einer schnellen Bewegung aus der Hand riss. Kurz keuchte sie auf – leise, kaum hörbar – und ärgerte sich über ihre eigenen Nachlässigkeit. Sie straffte kaum merklich die Schultern, als sie sich zurück in den Schneidersitz fallen ließ. Ihr Blick taxierte den Durmstrang dabei unauffällig und wiedermal drohte sie sich in ihren eigenen Gedanken zu verlieren. Wie gerne hätte sie sich einfach zu ihm hinüber gelehnt und ihm die Hand auf den Oberschenkel gelegt. Eine kleine, dennoch sehr wirkungsvolle Geste wie sie fand. Doch solche Gedanken blieben Träume und Wünsche.
„Du würdest gut daran tun wenn du dich ebenfalls etwas mit dem Unterrichtsstoff befassen würdest!“ gab sie in einem sehr sanften und anmutigen Ton zurück, darauf bedacht in keinem Fall schnippisch zu klingen. Sie wusste um seine schlechten Noten und sein Verhalten an der fremden Schule. Schon oft hatte sie mit sich gehadert es seinen Eltern zu berichten und es jedes mal wieder verworfen. Versuchte sie immerhin seine Gunst zu erlangen und nicht seinen vollendeten Hass. Auch wenn sie sich manchmal nicht sicher war ob sie diesen nicht schon sicher hatte.
Als er jedoch damit drohte ihren Aufsatz mit einer Skizze zu „verschönern“ musste sie sich kurz auf die Lippe beißen um ihm nicht einen deftigen Satz um die Ohren zu hauen. Sie räusperte sich kurz ehe sie aus ihren blauen Augen zu ihm aufsah. „Tu dir keinen Zwang an, ich werde auch mit deiner Skizze mein Ohnegleichen erhalten!“ gab sie mit eben jeder lieblichen Stimme zurück, hatten ihre Worte aber dennoch etwas bissiges und herausforderndes. Sein süßlichen Lächeln ließ sie zwar kurz stocken, doch hoffte sie sehr das ihm dies nicht aufgefallen war. Wie schaffte es ein einzelner Mensch sie so sehr aus der Bahn zu werden, wenn das einzige das er gab Hass war?

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#4
Juris wusste, dass er sich widersprüchlich verhielt, aber er hatte sich damit abgefunden. Er hatte niemandem, mit dem er über das Gefühl in seiner Brust reden konnte oder auch nur wollte - sein Herz war das, was ihn schwach machte. Also hatte er entschieden, dass Abweichungen, solange sie kontrollierbar waren und im Rahmen blieben okay waren. So wie seine zuckende Hand gerade. Er musste nur wachsam genug sein, sich zu bremsen, wenn sein Herz anfing zu bestimmen. Und dann musste er es zurück in seine Zelle treiben und das ging nunmal am Besten, wenn er seinen Ärger über sich selbst an Nora ausließ. Er versuchte sich immer wieder selbst davon zu überzeugen, dass genau dieser Weg der richtige war. Er hatte sich damit abgefunden, dass es keinen anderen mehr gab, wahrscheinlich nie gegeben hatte. Nora war wie das Licht, für das er nicht würdig genug war. Also nahm er sich nur den Teil, den sowieso keiner haben wollte: den Ort, an dem sie diejenigen begrub, die sie hasste. Dafür wollte er den Ort aber auch ganz für sich allein haben und gab sich ordentlich Mühe, ihr auf den Zeiger zu gehen. Es war nicht zu viel, wenn man sagte, er war verrückt. Wahnsinnig? Vielleicht auch. Er hatte sich damit abgefunden, dass er das reine Böse sein musste, um ihr nah zu sein. Und ein ganz kleiner Teil davon war ein echter Hass, eine Art von Neid auf ihr Licht und einen Ekel davor, dass dadurch nur noch ein Schatten auf ihn fiel. Ein Schatten, der zeigte, wer er wirklich war. Wie berechnend, wie verrucht, wie krank. Sie deckte ihn auf, einfach damit, dass sie war wie sie war. Es war ein seltsamer Überlebenstrieb, der dafür sorgte, dass Juris reagierte, wie er reagierte. Das Verhältnis zu seiner Schwester war wahrlich nicht einfach. Wer konnte es ihm versagen, dass er sich widersprüchlich verhielt?

Ja, er hatte sie alleine angetroffen. Es war reiner Zufall gewesen, ganz anders als sonst, wo er doch häufig die Fäden in der Hand hielt, wenn er irgendwo auftauchte, wo sie gerade steckte. Es hatte seine Gründe, weswegen er sie nur triezte und quälte, wenn sie allein mit ihm war. Zum einen hatte er sie dann nur für sich allein und damit auch die Ecke in ihrem Herzen, nach der er die letzten Jahre gesucht hatte. Es war schon fast eine Art Ritual für ihn. Wie sich jemand anderes mit einem Freund traf, um sich über alte Geschichten auszutauschen, so traf er auf Nora, um eine Feindschaft zu füttern und zu nähren - mit dem Unterschied, dass Nora sich etwas schwer damit tat, ihn als Feind anzuerkennen. Sie bemühte sich viel zu sehr, sich gut mit ihm zu stellen. Das machte es nicht immer ganz so einfach, aber das war auch genau der Grund, weshalb sein Herz an ihr hing. Weil sie so »gut« war. Zu gut für ihn. Und dann galt es ja immer noch, das Bild zu wahren. Nicht unbedingt in Verantwortung seiner Familie gegenüber, sondern eher seinem eigenen Umfeld. Er kannte niemanden, der Nora nicht mochte. Er hatte keine Lust auf die Fragen, weshalb er sie nicht ausstehen konnte. Er wusste, niemand würde auf seiner Seite sein. Er wusste, niemand würde ihn jemals verstehen können. Also ließ er gar nicht erst die Diskussion aufkommen. Er war ihr einfach nicht so nah, beschrieb er es den anderen gegenüber gerne. Sie war nunmal nicht seine richtige Schwester, manchmal hätte er das Gefühl, sie hätten sich nichts zu sagen. Kaum einer hakte dann noch groß nach.
Natürlich wusste sie, dass es damit nicht gegessen war, dass sie sich einfach wieder abwandte. Jetzt fing es doch gerade erst an, spannend zu werden. Es gefiel ihm, dass sie einen leicht verärgerten, aber doch eher resignierenden Ton von sich gab, als er ihr das Pergament aus den Fingern klaubte. Leicht genervt war sie schon, also musste er nur weiter darauf herumtrampeln. Er betrachtete das Blatt und ignorierte sie an seiner Seite, auch wenn er sich nur hätte herüberbeugen müssen, um sie zu berühren. Er merkte, dass sie ihn beobachtete, aber er zog nicht die richtigen Schlüsse daraus. Solche Schlüsse waren für ihn unvorstellbar. Er begnügte sich lieber mit der Idee, dass sie verärgert war. Es passte besser in sein Konzept. Leicht hob er eine seiner Augenbrauen, als sie ihm antwortete. Er konnte hören, wie bemüht sie war, die richtige Tonlage zu treffen. Anscheinend hatte sie heute keinen Bedarf, ihn herauszufordern. Das ließ sich mit Sicherheit noch ändern. „Zeitverschwendung“, entgegnete er ihr kurz und knapp ohne den Blick von dem Pergament zu nehmen. Es war nicht das erste Mal, dass sie versuchte, ihn vom Lernen zu überzeugen. Sie hatte ihm sogar schon mal ihre Hilfe angeboten. Verrücktes Engelchen. Als ob er auf sie angewiesen wäre, um gut in der Schule zu sein. Lächerlich.
Während er ihr den Vorschlag unterbreitete und die Feder liebkoste, sah er in ihr Gesicht, dem er ein Stück näher gekommen war. Das Blau ihrer Augen war so klar wie das eines Huskys. Eisig. Und doch strahlten sie so warm, dass es an Zauberei grenzte. Seine dunklen Augen hingegen neigten dazu, bissig und analysierend zu sein. In den warmen Tönen steckte keine Wärme. Er hatte sie vor vielen Jahren verloren. Jetzt blickten ihm die Seelentore trotzig entgegen und er verengte seine eigenen ein bisschen, sodass sich sein Gesicht verdüsterte. Na also, sie ließ sich also doch herausfordern! Gleichzeitig war er verärgert über ihre Dreistigkeit. „Pass auf, was du dir wünschst“, sagte er erneut mit gedämpfter Stimme, aber das süßliche Lächeln war einer Kälte gewichen, die deutlich machte, dass er es ernst meinte. Im nächsten Augenblick hatte er ihre schöne, große Feder entwendet, rollte das Pergament mit einer Hand auf seinem Oberschenkel auf und kritzelte mit der Feder einen großen, äußerst hässlich und in keinstem Falle anatomisch korrekten Pukwudgie unter ihre schöne Handschrift. „Oh, sieh einer an, du hast ihn ja völlig falsch beschrieben!“, meinte er dann mit erstaunter Tonlage und zeigte Nora das Pergament aus solcher Entfernung, dass sie es aus ihrer Schneidersitzposition gerade nicht erreichen konnte. „Da, die Greiffüße tauchen in deinem Text gar nicht so auf. Nora, Nora, also wirklich“, plauderte er und strich anschließend die entsprechende Textstelle durch, um darüber »die an einen Greifen erinnern« zu kritzeln. Er schrieb dabei etwas über die nächste Zeile. „Du hättest echt Platz für Korrekturen lassen sollen“, murrte er enttäuscht und warf ihr achtlos Pergament und Feder wieder zu, sodass sich auch noch ein Tintenfleck zu seiner Skizze gesellte. Zufrieden mit sich selbst lächelte er sie an, aber auch dieses Lächeln war ohne Wärme. „Du kannst von Glück reden, dass du mich hast“, formulierte er die Dankbarkeit, die er nie von ihr hören würde, in einem selbstgefälligen Ton. Er fühlte sich jetzt besser. Das Zucken seiner Hand, er hatte genug getan, um seinem Herzen eine Ohrfeige zu verpassen. Es hatte hier nicht zu bestimmen. Das war er und er würde es immer sein.
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