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Cause I know you well - Spare me the reasons
15. Januar # später morgen # im TK
Emily Simerman, Hannah Abbott 15.01.2015 Hannah's Wohnung über dem TK
#1

Cause I know you well
And you'll keep going back # And I know you will # Cause I know you well # And I will always take you back # Cause I wish you well
# Spare me the reasons

Hannah Abbott & Emily Simerman | 15.01.20154 | Der Tropfende Kessell


Ihre Haare hingen ihr strähnig ins Gesicht, so richtig darum gekümmert wie sie eigentlich aussah hatte die Abbott eigentlich seit der Silvesterparty nicht mehr. Zumindest fühlte es sich so an. Zwei Wochen. Zwei Wochen seit dem sie absoluten Mist gebaut hatte und nicht mehr wusste was sie tun sollte. Die 34jährige war wie auf Autopilot, der eigentlich nur dafür zuständig war zu funktionieren und sie am Leben zu erhalten, aber mehr im Moment wirklich nicht. Fahrig schob sie die Haarsträhnen aus ihrem Gesicht. Zweifelnd kaute sie auf ihrer Unterlippe herum und schluckte schwer. Hannah war so wütend, so enttäuscht, so traurig und verletzt, dass sie es ziemlich schnell aufgegeben hatte sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Sie wusste einfach nicht mehr was sie machen sollte. Denn letztendlich hatte sie das Beste was ihr in ihrem Leben passiert war, komplett ruiniert. Hannahs Atem stockte für einen Moment und sie schlang ihre Arme um ihre Knie, bevor sie das Gesicht auf ihren Knien vergrub und erneut begann zu weinen. Sie hatte es verdammt noch mal vermasselt und jetzt war sie ja nicht einmal im Stande es wieder gerade zu rücken.

In den letzten Tagen war sie die Szene, die sich zwischen ihr und Neville abgespielt hatte, immer und immer wieder durchgegangen nur um vielleicht feststellen zu können wo alles schief gelaufen war. Doch tief in sich drin wusste sie es einfach, es hatte viel früher angefangen, viel früher als es der ehemaligen Hufflepuff eigentlich Recht war. Neville und sie hatten sich nie wirklich ausgesprochen, hatten nie gemeinsam daran gearbeitet wirklich besser zusammen zu sein als sie eigentlich schon waren. Denn niemand war perfekt, nicht einmal sie und der Longbottom, egal wie sehr sie in der Seifenblase mit ihm davon überzeugt gewesen war. Tatsache war einfach, dass sie beide sich zu sehr in den guten Zeiten versteckt hatten, diese Moment ausgenutzt hatten aus Angst irgendwelche dunklen Gedanken, tiefsitzenden Ängste freizulegen, denen sie beide nicht gewachsen waren. Hannah wusste dass es so bei ihr war und sie kannte Neville gut genug um zu wissen dass es dem ehemaligen Gryffindor und Helden Hogwarts ebenso ging. Dass sie beide es aber so weit hatten kommen lassen war beinahe unverzeihlich, denn nun saß Hannah vor einem Scherbenhaufen. In dieser Silvesternacht hatte sie förmlich hören können wie sie Nevilles Herz gebrochen hatte, dabei hatte sie das nicht gewollt. Sie hatte doch einfach nur alle aufgestauten Probleme auf einmal angesprochen und den Longbottom ziemlich derbe vor den Kopf gestoßen. Sie leckte sich über die spröden Lippen und wischte sich mit den Ärmeln von Neville Pullover über die Augen. Sie hatte gar nicht gewusst dass sie so viele Tränen in sich hatte, immerhin war das neue Jahr schon fast 2 Wochen alt und sie hatte noch nicht wirklich aufgehört zu weinen. Und selbst wenn hätte die Blondine es sicherlich nicht bemerkt, die Zeit flog einfach an ihr vorbei, während sie sich in ihrem Schmerz wohl am meisten selbstbemitleidete. Denn anstatt in Aktion zu treten und dafür zu kämpfen was ihr so sehr am herzen lag, war sie in eine Starre verfallen. Eine Starre, die dadurch ausgelöst worden war, das eine ihrer größten Ängst genau so wie befürchtet real geworden war.

Was eigentlich noch schlimmer war, sie hatte Emily in den letzten Tagen einfach ignoriert. Natürlich hatte die Simerman nachdem Hannah nicht mehr auf der Party aufgetaucht war sich gewundert was wohl geschehen sei. Fast täglich, wenn nicht sogar mehrmals täglich hatte Hannah eine Eule von ihrer besten Freundin bekommen. Die Abbott hatte sich jedoch nicht im Stande gefühlt zu antworten und hatte die Eule immer mit leeren Krallen zurück geschickt. Hannah war sich sicher dass die ehemalige Ravenclaw schon längst über alles Bescheid wusste, Hannah wäre überrascht wenn Emily noch nicht die Nachricht erreicht hatte dass Neville und sie. Die Blondine schluckte, ließ sich auf die Seite fallen und zog ihre Knie an. Nicht dass diese beschützende Haltung irgendetwas brachte, es beruhigte nicht einmal mehr und eine der wenigen Personen die sie jetzt nur hätten beruhigen können war einfach in unendliche Ferne gerutscht. Und noch schlimmer, er hatte sie einfach stehen lassen. Sie falsch verstanden und war dann einfach gegangen. Sie war so wütend dass er einfach aufgegeben hatte, war aber auch wütender auf sich selbst dass sie einfach viel zu lange gewartet hatte. Kein Wunder dass Neville an ihr angefangen hatte zu zweifeln und am Ende auch noch an sich selbst. Sie konnte ihm diese Gefühle nicht verübeln, aber wieso war er einfach verschwunden? Wieso hatte er nicht die Chance genutzt endlich alles zu bereinigen, sie konnte doch wohl nicht die Einzige gewesen sein die spürte dass etwas nicht richtig gewesen war.
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#2
Emily Simerman hatte in ihrem Leben schon so einiges durchgemacht. Hatte so manches Tief überlebt und die, anfänglich recht wenigen, Hochs genossen. Sie wusste, wie schwierig es in einer Beziehung sein konnte. Würde sie behaupten, in ihrer wäre immer alles super gelaufen, würde sie lügen. Denn auch in ihrer, mittlerweile 15-Jährigen, Ehe mit Daniel waren so manche Steine im Weg gelegen. Auch heute noch lief es nicht immer so einwandfrei, wenn auch Streit eher selten bei ihnen entstand, dazu schien Daniel irgendwie kaum in der Lage zu sein. Trotzdem konnte die fünffache Mutter durchaus nachvollziehen, wie es einen ging, wenn man mit dem Partner, den man so liebte, verkrachte. So war es wohl kaum verwunderlich, dass Emily, kaum waren mehr Informationen zu ihr durchgesickert, Hannah Briefe geschrieben hatte. Doch jeder ihren Brief blieb unbeantwortet, immer wieder kehrte ihre Eule betrübt und ohne Antwort zurück. Es war nun mittlerweile ein paar Tage vergangen und die 34-Jährige spürte die Unruhe in ihr wachsen. Wahrscheinlich war mehr im Busch, als dass man ihr hatte anvertraut. Mittlerweile tigerte sie unabwegt durch die Wohnung, wobei sie dann doch wieder an ihren Schreibtisch aus Mahagoni, den sie von ihrer Großmutter geerbt hatte, setzte und ein weiteres Pergament zückte. Manchmal wünschte sich Emily, das Hannah doch so etwas wie ein Telefon benutzte. Diese Art von Kommunikation war so viel schneller und man konnte jemanden so viel mehr erzählen. Auch tat man sich leichter, zu erkennen, in welcher Stimmung der Gesprächspartner war, immerhin log man zumeist, wenn jemand fragte, wie es einen ginge. Immerhin tat sie das selbst ab und an, wenn sie jemanden nicht gerade unter die Nase reiben wollte, dass es ihr gerade eben nicht so gut ging. Das hatte viele Personen auch absolut nichts anzugehen. Doch das hier was ganz anderes. Hier ging es um Hannah, die praktisch zur Familie gehörte. Sie war seit der Geburt ihrer ersten Tochter bei ihr gewesen, hatte sie in allem unterstützt, wie auch ihr Verlobter Neville. Und jetzt soll ein, wie sie fast fand, kindischer Streit und die Unfähigkeit dieser zwei Menschen dazu führen, dass sie das, was sie aufgebaut hatten, in den Sand setzen? Das konnte und wollte sie nicht zulassen. Immerhin konnte der eine doch nicht ohne den anderen! Sie brauchten sich, so wie sie Daniel und er sie brauchte. Es war wohl Zeit, nachdem auch der zehnte Brief ohne Antwort blieb, Hannah selbst aufzusuchen und ihr mal die Meinung zu geigen. Und so griff die Simerman nach ihrer Jacke, sowie Schal, Mütze und Handschuhe und machte sich auf den Weg in den tropfenden Kessel.

Dort angekommen, ging sie durch die schwere Eichentür, durchquerte den Schankraum und stieg die Treppen empor. Da sie vor vielen Jahren einmal einen Schluss von Hannah bekommen hatte, war es für sie ein leichtes, in die Wohnung zu gehen. Sie fand das Häufchen auch relativ rasch. Hannah wirkte nicht nur so, sie war es auch. Sie wirkte abgekämpft, als hätte sie sich seit zwei Wochen kaum vom Flecke gerührt und wirkte ungepflegt. Alles Dinge, die absolut nicht zu der Abbott zu passen schien. Wortlos trat sie zu ihrer besten Freundin, setzte sich neben sie und zog sie sanft zu sich. „Ich hab mir sorgen gemacht…“, flüstert sie und strich Hannah beruhigend über den Rücken. Sie konnte nicht sofort mit der Tür ins Hausfallen, das war taktlos und nicht gerade ihr Stil. Im Grunde musste Hannah selbst mit der Sprache herausrücken, insofern sie wollte. Sanft löste sie die Hände und zwang Hannah, den Kopf zu heben. „Du siehst schrecklich aus, weißt du das?“ Ein warmes Lächeln legte sich auf ihre Züge und man konnte die sanften Lachfältchen sehen, die sich in die weiche Haut eingegraben hatte. Auch eine Emily Simerman wurde älter und die Spuren der Zeit waren bestimmt nicht spurlos an ihr vorbei gegangen. „Am besten ich steck dich jetzt erstmal unter die Dusche und dann erzählst du mir, was passiert ist.“, erklärte sie nun, zog Hannah mit sich und schleppte sie in das kleine Bad der Wohnung. Das war ja nicht weiter mit anzusehen.
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#3
Seit Silvester hatte Hannah sich einfach nicht aufraffen können die Wohnung zu verlassen. Einer ihrer Angestellten hatte seit dem die Leitung des Kessels übernommen und Hannah hatte sich ihrem Leid ergeben können. Silvester, ein Abend der eigentlich den Start in ein besseres neues Jahr einleiten hätte sollen, aber vollkommen anders ausgeartet war. Sie vermisste Neville so schrecklich, ihr Herz schmerzte und doch konnte sie seine Worte und sein Verschwinden nur in den Sinne deuten dass sie dank ihres fehlenden Vertrauens in ihn alles kaputt gemacht hatte. Die Blondine schluchzte und kauerte sich in einem Ball auf dem Bett zusammen. In ihrer Hand zerknüllte sie ein zu oft benutztes Taschentuch und mit der anderen zog sie sich das Sweatshirt über die Nase. Sie vermisste ihn so sehr dass es sie innerlich zerriss. Erneut schluchzte Hannah auf und schloss krampfhaft die Augen, in der Hoffnung dass sie wirklich gerade nur einen verdammten Albtraum hatte. Oft hatte sie in den letzten Tagen gehofft aufzuwachen um festzustellen dass Neville neben ihr war und alles nur ein böser Traum gewesen war. Doch diese Hoffnung, dieser Wunsch war ihr nicht erfüllt worden und diesen Zustand als Realität akzeptieren zu müssen war wirklich ein Kraftaufwand den Hannah nur mit Mühe hinbekam, aber das dann auch nur mehr schlecht als recht.

Als ein Schlüssel im Schloss ihrer Tür herum gedreht wurde und sich die Tür öffnete, sprang Hannahs Herz plötzlich. Sie setzte sich ruckartig auf, in der Hoffnung dass Neville vielleicht doch wieder nach Hause gekommen war. Doch die Silhouette im Türrahmen war nicht der ihres Verlobten und die Hoffnung in ihr starb ebenso schnell wieder sie gekommen war. Sofort sank Hannah wieder in die Kissen und rollte sich zusammen. Emily, niemand anderes, setzte sich zunächst wortlos neben sie aufs Bett und zog sie an sich. Hannah hatte lange versucht die Realität dort draußen einfach zu ignorieren. Immerhin war es bisher ja nur sie selbst gewesen die sich hatte damit abfinden müssen. Sie und auch Neville. Doch je mehr davon Wind bekam, desto wirklicher wurde das ganze doch nur. Dass ihre beste Freundin nun bei ihr war, sie im Arm hielt machte Hannah nur bewusste dass es wohl doch real war. Die Blondine schluchzte auf und klammerte sich an Emily fest. "Er ist weg.....", nuschelte sie einfach in Ems Armen, während diese ihr über den Rücken strich. Hannah wollte diese Realität nicht, sie wollte ihren Neville wieder bei sich haben. Sie hatten doch so vieles zusammen durchgestanden, hatten so viele Höhen und so viele Tiefen bestanden und jetzt sollte wirklich alles zuende sein. Erneut schluchzte die Blondine und blickte Emily an, die sie förmlich dazu zwang. Dass sie nicht besonders toll aussah war ihr schon selbst bewusst. "Na und...", nuschelte Hannah mit düsterer Miene und kratzender Stimme, wischte sich über ihre verweinten Augen und löste sich von ihrer besten Freundin um sich wieder in ihren Kissen verstecken zu können. Natürlich wusste sie dass sie sich nicht für immer hier verstecken konnte, aber jetzt fand sie keine Kraft das zu ändern. Sie hatte keine Kraft in sich dem Vorschlag Emilys nach zu kommen. Sie starrte vor sich hin, zwirbelte eine der Federn ihres Kissen zwischen ihren Fingern und wurde im nächsten Moment aber schon von Emily aufgezogen. Sie hatte keine andere Wahl als ihrer besten Freundin in Bad zu folgen. Hannah sträubte sich nicht einmal mehr dagegen, irgendwie war es ihr egal. Immerhin änderte eine Dusche oder sich zurecht zu machen nichts an der Tatsache dass Neville nicht mehr hier war.

Offen hätte Hannah das sicherlich nicht zugeben können, aber das heiße Wasser der Dusche hatte so gut getan dass sie erst einmal für eine gefühlte Ewigkeit unter der Brause gestanden hatte. Selbst wenn es sie innerlich immer noch sehr sträubte, so fühlte sie sich ein wenig lebendiger. Dennoch streifte sie sich einen Pulli von Neville über und band ihre Haare mit dem Handtuch in einen Turban auf ihrem Kopf hoch. Den Anblick im Spiegel vermied sie, sie schämte sich zu sehr um sich selbst anzusehen. Immerhin war das alles ihre eigene Schuld gewesen. Wortlos tapste sie nun aus dem Bad, wieder in Richtung Bett nur um sich dort wieder auf der Seite zusammenzurollen. "Er ist weg...was gibts anderes zu sagen.", nuschelte sie schließlich doch und presste ihre Lippen fest zusammen.
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#4
Wenn die Liebe einfach wäre, würde man nicht andauernd hören, dass sich Paare getrennt haben. Schon ihre Mutter hatte immer gesagt, dass Liebe Arbeit war und auch Emily selbst wusste es. Sie hatte Kämpfen und Leiden müssen, hatte so vieles in die Waagschale gelegt, bis alles sich doch zum Guten gewendet hatte und doch war auch jetzt nicht alles rosig. Manchmal fragt sich Emily ehrlich, ob sie nicht doch eigentlich sechs Kinder hatte und keine fünf. Wobei sie mit dem sechsten verheiratet war. Und doch liebte sie Daniel abgöttisch – mit all seinen Eigenarten und Marotten. So war er einfach. Kurz legte sich ein Lächeln auf ihre Lippen, als sie an ihn dachte. Sie war so froh, dass sich alles, nachdem es doch so hoffnungslos damals wirkte, zurückgekehrt war. Doch nun ging es nicht um sie, sondern um Hannah, die wirklich in einer großen Krise steckte. Wie gern würde sie den beiden gerade den Kopf waschen und ihnen klar machen, was sie hier aufs Spiel setzen.
Als Hannah die Umarmung erwiderte und nur leise Er ist weg murmelte, seufzte Em leise. Was soll man da nur darauf erwidern? Ja ich weiß? Neville war nicht weg. Die zwei mussten sich nur wieder annähern, so schwer konnte das doch nicht sein. Bei Merlin. Das Emily innerlich eigentlich ziemlich aufgebracht war, zeigte sie dem Häufchen nicht. Das wäre nur kontraproduktiv und würde sie nur noch mehr zurückwerfen. Wenn auch Emily wohl irgendwann wütend würde, verfloss Hannah zu sehr in ihrem Selbstmitleid. Zwar schaffte auch Emily dies das ein oder andere Mal, doch dann trat ihr Hannah auch in den Arsch und so tat sie das nun bei ihrer Freundin.
„Nichts na und! Du wirst sehen, eine Dusche kann so manches ändern und mit frischen Kopf kann man an die Sache ganz anders gehen.“, erklärte Emily, als sie Hannah ins Bad beförderte. Ausziehen und sich Schlussendlich in die Dusche stellen konnte Hannah selbst, sie selbst würde die Zeit nutzen und Wasser aufsetzen. Mit einer Tasse Tee konnte man besser Nachdenken und das war hier von Nöten. Ein Plan musste her, um Neville und Hannah wieder zueinander führen. Sie goss Wasser in den Teekessel, setzte ihn auf und kramte durch die Schränke, um Tee zu finden. Tatsächlich fand sie eine angebrochene Fruchtmischung, nahm ein paar Beutel heraus und legte sie in die Kanne, als schon der Kessel zu Pfeifen begann und sie das Wasser in die Kanne geben konnte. Hannah kam aus dem Bad und bewegte sich wieder in Richtung Schlafzimmer. Seufzend nahm Emily zwei Tassen und die Kanne und folgte ihr. Dort stellte sie alles auf den Nachttisch, schenkte beiden ein und seufzte erneut. „Natürlich gibt es was anderes zu sagen.“ Emily ließ sich neben Hannah nieder und sah sie an. „Setz dich doch endlich auf den Hosenboden und Kämpfe um das, was dir wichtig ist. Ich dachte, du liebst Neville. Mehr als andere?“, sie klang herausfordern und ihre dunklen Augen fixierten die Blondine. „Ich musste auch um meine Liebe kämpfen! Und Daniel hatte mich damals nicht geliebt, sondern eine andere und trotzdem habe ich nicht aufgegeben! Also hör ENDLICH auf dich in deinem Selbstmitleid zu wälzen!“ Sie klang wütender und ruppiger, als eigentlich beabsichtigt, doch dieses hin und her dieser zwei ging ihr langsam an die Substanz. War ja nicht so, als hätte sie etwas Ähnliches nicht schon einmal gehabt. Es machte sie wahnsinnig. Reichte es nicht, dass sie Zuhause zumeist gute Nerven behalten musste, wenn wieder alle da waren? „Und jetzt komm mir nicht mit irgendwelchen Ausreden und bei mir sei alles anders gewesen. Nein war es nicht. Ich hatte eine viel beschissenere Ausgangssituation als du, wenn ich dich daran erinnern soll. Trotzdem haben wir es irgendwann geschafft, nachdem ich fast drei Jahre auf ihn gewartet habe. Ich wäre froh gewesen, wenn es anders gewesen wäre.“ Nun spürte sie selbst, wie ihr Tränen kamen, als sie an all den Schmerz zurückdachte, die Angst, das Daniel nie wieder zurückkehren würde, sie alleine lassen würde, nichts von seiner Tochter wissen wollte. Doch all das hatte Hannah nicht. Sie hatten einfach nur einen dämlichen Streit! Verdammt nochmal. Nun griff sie hinüber und nahm ihre Tasse Tee, nahm einen Schluck und seufzte erneut. Sie hatte schon lange nicht mehr so oft geseufzt. Sie war eindeutig sehr aufgebracht.
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#5
Hannah wollte es nicht sogleich zugeben, sie bevorzugte es sich ihrem Trotz zu ergeben, aber die Dusche hatte ihr doch ein wenig geholfen. Sie hatte geholfen etwas von ihren Sorgen abzuwaschen. Selbst wenn es wirklich nur ein klein wenig gewesen war so hatte sie den Unterschied bemerkt. Sie fühlte sich nachdem sie umgezogen war und wieder zurück zum Bett geschlurft war, zumindest einmal sauber. Sie fiel in die Kissen und wünschte sich trotz der Dusche, dass die Welt sie einfach verschluckte, nur damit der Schmerz wieder verebbte. Es tat ihr so unendlich weh dass Neville einfach so weit weg von ihr war. Die Worte an Silvester hatten so sehr nach Trennung geklungen, doch Hannah wollte es nicht akzeptieren. Sie konnte es nicht akzeptieren dass Neville sie stehen gelassen hatte und das nur weil sie ihn nicht auf der Stelle heiraten konnte. Natürlich hatte sie gewollt, natürlich wollte sie diesen Dumpfkopf heiraten um alles in der Welt, doch wieso hatte er es auf einmal so eilig gehabt? Wieso hatte er es auf einmal so überstürzt - jetzt sofort war nun mal eine ziemlich schwerwiegende Verbindlichkeit. Hannah hatte doch nicht auf ihre Traumhochzeit verzichten wollen. Sie wollte doch all das Drumherum, alles was auch ihre Freunde gehabt hatten. Den fantastischen Tag, ja selbst den ganzen Stress davor. Hannah wischte sich über die Augen, wischte die Tränen aus ihren Augenwinkeln, bevor sie bemerkte dass Emily immer noch hier war und ihr auch Tee gemacht hatte.

Zwei Tassen standen nun auf dem Nachttisch, die Kanne duftete nach Früchten und umgaben die Sinne der Abbott wie ein weiches Kissen. Widerwillig setzte sich die junge Frau auf, fuhr sich die blonden Haare aus dem Gesicht die immer noch nass an ihrer Schläfe klebten und zog die Beine an ihre Brust heran. Empört blickte sie Emily an. "Natürlich liebe ich ihn. Mehr als alles...aber...", begann die Blondine doch bekam keine Chance das Aber auszuformulieren. Emily hatte Recht - diese hatte damals auch um Daniel gekämpft und doch war alles anders. Hannah senkte den Blick und starrte auf ihre Hände, den Verlobungsring an ihrem Ringfinger und erneut stiegen die Tränen in ihren Augen auf. "Ich wälze mich nicht in Selbstmitleid. Es ist alles so verrannt. Es ist alles so chaotisch, so kompliziert. Es war schon immer ein wenig anders."; versuchte sie zu erklären. "Neville - er denkt er verdient mich nicht. Er denkt ich vertraue ihm nicht. Nur weil ich ihm nicht gleich vom Kessel erzählt habe. Verdammt...der Tropfende Kessel ist doch nur ein dummer Ort. Ein Job - es ist nicht mehr. Wieso...", fuhr Hannah nun energisch fort und schlug mit der Faust auf das Kissen neben sich. "Wieso glaubt er mir nicht einfach? Wieso glaubt er mir nicht wenn ich sage dass er meine Welt ist.....verdammt ich würd doch wirklich alles tun wenn ich könnte aber langsam kann ich nicht mehr Emil....ich bin so verdammt müde immer auf ihn zu zu gehen. Mir ist so furchtbar übel die ganze Zweit.", fuhr sie in ihrem ansetzenden Redeschwall fort und rieb sich den Bauch mit verzogener Miene. "Ich kann nicht mehr...ich will nur noch schlafen...nur noch schlafen...", murmelte Hannah und legte sich wieder auf die Seite in einen Ball zusammen gerollt.
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#6
Natürlich wollte Emily helfen. Sehr sogar. Immerhin war auch ihr größer Wunsch, Hannah endlich in einem Brautkleid zu sehen, wovon die Blondine schon so lange träumt. Aber bei diesem Ewigen hin und her, welches nun schon gefühlt eine halbe Ewigkeit zu gehen schien, war auch die fünffach Mutter irgendwann an ihre Grenzen gelangt. Nicht nur, weil sie der festen Überzeugung war, dass das alles ein pures Kommunikationsproblem war. Immerhin schien ihre Tochter, die Neville ab und an auf den Zahn gefühlt hatte, ähnliche Beobachtungen gemacht zu haben. Doch was soll man tun? Wenn zwei Erwachsene Menschen es nicht zustande brachten, miteinander zu reden? Eventuell Probleme und Missverständnisse, die Augenscheinlich die zwei immer wieder plagten, aus dem Weg zu räumen. Aber scheinbar waren weder Hannah, noch Neville dafür in Stande. Ein wenig frustriert von der Situation nahm Emily einen Schluck ihres Tees, wobei sie sich leicht verschluckte. Prustend stellte sie die Tasse zurück und sah seufzend zu Hannah hinüber.
Emily ließ Hannah gar nicht die Chance, ihr Aber auszuführen. Es hatte in diesen Unterhaltungen zu viele Aber gegeben, als dass sie noch eins ausführen lassen wollte. Zu viele Aber waren nun mal nicht gut für eine Beziehung.
Emily seufzte leise und fuhr sich durch das braune Haar, bevor sie die Beine überschlug und Hannah aufmerksam zuhörte. Einige Phrasen waren ihr durchaus bekannt, auch Daniel hatte so manche mal zu ihr gesagt. Sie kannte dieses Gefühl nur zu gut. Aber trotzdem war das kein Zeichen, dass man einfach aufgeben musste. „Aber seien wir ehrlich, eure Probleme liegen allgemein bei der Kommunikation. Ihr redet zu wenig. Gesicht zu Gesicht. Ihr habt so viele Probleme, die sich durch pures Reden und Zuhören lösen lassen würde. Fangen wir mit dem tropfenden Kessel an. Schon hier war es ein Kommunikationsproblem. Alle Probleme, die du mir aufzählst, lässt sich allein mitreden lösen. Und da mein ich nicht irgendjemanden etwas an den Kopf werfen oder sonst was, sondern Verständnis aufbringen, sich andere Sichtweisen anhören und so weiter. Ja, vielleicht musst du immer wieder auf ihn zu gehen. Das muss ich auch. Manchmal müssen wir den Männern Arschtritte geben, dass sie mal in die Pötte kommen. Das ist so in der Liebe. Aber sich jetzt zu vergraben und alles bringt uns auch nicht weiter.“ Sie sah den Ball neben sich an und man konnte Emily die leicht Verzweiflung an der Nasenspitze ansehen. Bei Merlin, ihre Nerven waren doch eh schon genug strapaziert. Zudem war Emily mittlerweile echt mit ihrem Latein am Ende. Egal was man tat, es endete mit denen zwei mittlerweile nur noch in Scheiße. Zwar würde sie so einen Ausdruck nie gegenüber ihrer Kinder erwähnen, aber für gerade passte es wirklich gut.
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#7
Der Hannah-Ball lauschte den Worten ihrer besten Freundin und sie wusste dass diese ausnahmslos Recht hatte. Emily hatte oft Recht, nicht immer, aber eben oft und dieses Mal zählte dazu. Die Blondine schniefte leise und wischte sich mit der Bettdeckenecke über die Augen. Sie traute sich nicht Ems direkt anzublicken, stand ihr die Schuld doch förmlich ins Gesicht geschrieben. Natürlich wusste Hannah dass Sie und Neville nicht die besten waren wenn es ums Thema Kommunikation ging, sie redeten einfach viel zu wenig miteinander. Zu viel ihrer gemeinsamen Zeit ging vergeudeten sie daran ihre Traumwelt aufrecht zu halten. Diese perfekte, nichtexistente Welt in der niemand irgendwelche Sorgen hatte. Eine Welt in der sie einfach so in den Tag leben konnten und sich gegenseitig das Leid ersparten. Leider, wie man sehen konnte, tendierte genau dieses Verhalten irgendwann in die Luft zu gehen. Irgendwann lief dass Fass über und egal was man versuchte man konnte es nicht stoppen. Silvester war nun mal einer dieser Momente gewesen - das Fass ihrer Sorgen war übergelaufen und Neville war weggerannt. Hannah schniefte leise und vergrub ihr Gesicht in der Bettdecke. Diesen Gesichtsausdruck Nevilles würde sie wohl nie vergessen können - Schmerz und Enttäuschung. Sie hatte ihn so enttäuscht, dadurch dass sie ihn einfach so weit aus ihrem Leben heraus gehalten hatte.

Langsam setzte sich Hannah schließlich wieder auf, schob sich ihre noch nassen Haare aus dem Gesicht, bevor sie Emily endlich ansehen konnte. "Aber was soll ich denn sonst machen? Ich hab versucht ihm zu schreiben, aber alle Worte klingen flach und bedeutungslos. Alles was ich ihm sagen möchte klingt nach purem Blödsinn!", murmelte Hannah und senkte erneut den Blick. "Ich weiß dass du Recht hast. Natürlich hast du Recht. Wir reden nicht...ich hatte solche Angst ihn zusätzlich zu belasten dass ich einfach nicht über meine Probleme geredet habe. Und am Ende hab ich genau das erreicht was ich nicht wollte.", gestand sie nun offen und schob sich eine nasse Strähne aus dem Gesicht. "Aber was soll ich tun. Er meldet sich ja auch nicht. Er will mich sicherlich nicht sehen, geschweige denn von mir hören!", mutmaßte die 34-jährige Hexe niedergeschlagen und presste verzweifelt ihre Lippen fest aufeinander. Sie war hilflos und wusste einfach nicht was sie tun sollte, geschweige denn was angebracht war. Hannah vermisste Neville so sehr es tat ihr körperlich schon weh.
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