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My castle crumbled overnight. I brought a knife to a gun fight.
06.01. // Gemeinschaftsraum // abends
Elena Ramirez, Lennox Montgomery 06.01.2015 Hufflepuff Gemeinschaftsraum
#1
Bereits im Vorfeld hatte Elena gewusst, dass die Ferien nicht das werden würden, was sie sich vorgestellt hatte. Zwar hatte sie wunderschöne Feiertage im Kreise ihrer Familie gehabt, Weihnachtsessen geschlemmt und schlussendlich sogar einen furchtbar aufregenden Abstecher nach Spanien machen können, aber viel wichtiger wäre es ihr gewesen, ihren Freund an ihrer Seite haben zu können. Es klang kitschig und dumm und wahrscheinlich war es das auch, aber Elena hatte Lennox durchaus vermisst, obwohl die Ferien nicht unfassbar lang waren, aber wenn man gewohnt war, dass man sich jeden Tag sehen konnte, dann war es eben doch nicht so leicht von einander getrennt zu sein. Zumindest für Elena war es das nicht gewesen. Sie hatte sich vorgenommen zumindest Briefe zu schreiben. Nachdem Lennox auf dem Ball so süß und aufmerksam gewesen war, hätte sie von seiner Seite das gleiche erwartet. Keine Wundertaten, keine Romane aber eine Eule vielleicht, die ihr mitteilte, dass es ihm gut ging, dass er tolle Weihnachten gehabt hatte und dass er sich darauf freute, sie im neuen Jahr wiederzusehen. War das denn so verdammt schwer? Es war Lennox Glück, dass er ihr bei der Hinfahrt im Hogwartsexpress nicht unter die Augen gekommen war und dass ihre Freundinnen sie so gut es ging abgelenkt hatten, sodass sie nicht die Zeit gehabt hatte, um ihn zu suchen, denn ansonsten wäre er um die Standpauke nicht herumgekommen. Mittlerweile wieder in Hogwarts wusste sie hingegen nicht mal mehr so wirklich, wie sie reagieren sollte und ob sie nun sauer oder einfach nur enttäuscht sein sollte. Ihre Laune änderte sich minütlich und ungefähr so viele Gründe warum sie keine Antwort erhalten haben könnte auf ihre Briefe kamen ihr in den Sinn. Andere Mädchen - Das war der Grund, den sie am wenigsten ausstehen konnte, denn stillschweigend abserviert zu werden, das war schon in ihrer Fantasie kein besonders prickelndes Gefühl. Hausarrest mit einem absoluten Briefschreibeverbot - Das hielt sie für eher unwahrscheinlich, denn auch wenn Lennox das eine oder andere ausgefressen haben könnte, konnten doch keine Eltern so fies sein. Schon gar nicht an Weihnachten.

Vielleicht hatten ihn ihre Briefe nicht erreicht? Ebenso unwahrscheinlich. Kurz hatte Elena sogar überlegt, ob ihm etwas zugestoßen und ob sie wohl die Furie war, die ihm stille Vorwürfe machte, während sie sich lieber um ihm Sorgen machen hätte sollen. Alles in allem würde sie ohnehin mit ihm sprechen müssen, um herauszufinden, ob er eine gute Erklärung hatte. Nur eines wurde bereits offenkundig als sie an diesem Abend den Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs betrat, nachdem sie sich nunmehr ein gefühltes dutzend mal gesagt hatte, dass es eine leichte Überreaktion wäre ihm gleich mal sein Armband vor die Füße zu werfen und mit ihm Schluss zu machen bevor er die Chance hatte das gleiche mit ihr zu tun: Ihm ging es verdammt nochmal gut. Da stand er, im Vollbesitz seiner Gliedmaßen und ohne erkennbare sonstige Verletzung oder mit anderen Worten ohne jegliche verständliche Ausrede, warum er sie im Stich gelassen haben könnte. Das reichte um sie alle guten Vorsätze hinsichtlich einer gesitteten Unterhaltung über Board werfen zu lassen. „Lennox Montgomery!“ Als sie ihn anrempelte reichte ihre Kraft nicht wirklich um ihm ernsthaft etwas anhaben zu können, geschweige denn um mehr auszurichten, als ihn kurz ins Wanken zu bringen und vermutlich auch mal aus seiner Unterhaltung zu reißen, aber ihr Tonfall hatte mit Sicherheit so einiges an Aufmerksamkeit bei den anderen anwesenden Hufflepuffs erregt. Man war es ja durchaus gewöhnt, dass sie sich stritten, genauso wie man es hier auch gewöhnt sein musste, dass sie kurze Zeit später wieder das verliebteste Pärchen sein konnten, aber das bedeutete nicht, dass man sie nicht ernst nehmen durfte, wenn sie so drauf war, wie das eben gerade der Fall war. Am besten man brachte sich in Sicherheit. Es wäre auch Lennox anzuraten gewesen schnell das Weite zu suchen, zumindest dann wenn er sich einer Schuld bewusst war. „Na hattest du schöne Ferien?“, fragte sie ihn feixend, nunmehr die Arme vor dem Körper verschränkt. Es war offenkundig, dass sie hier nicht einfach nur Smalltalk mit ihm betreiben wollte, sondern dass sie sauer war. Wenn er das bis hierhin noch nicht verstanden hatte, dann war ihm nun vermutlich auch nicht mehr zu helfen.
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#2
Lennox hatte schöne Ferien gehabt. Er liebte seine Familie und verbrachte gerne Zeit mit dieser. Auch wenn Lennox adoptiert war, hieß das noch lange nicht, dass er kein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hatte. Das waren immerhin seine Eltern und anders würde er das auch nie sehen. Lennox liebte seine Schwester genau so wie eine leibliche Schwester und für ihn war das nun mal einfach seine Familie. Er würde an diesem Umstand nie zweifeln und freute sich deswegen immer sehr, wenn er in den Ferien nach Hause gehen konnte, um dort mit seiner Familie Zeit verbringen zu können. Er würde es vielleicht nicht offen zugeben, weil es eben doch irgendwie uncool war, doch er liebte seine Familie einfach und genoss die Zeit zuhause. Deswegen war es für ihn auch keine Option gewesen, in Hogwarts zu bleiben, immerhin musste er sich doch erkundigen, ob zuhause alles in Ordnung war. Sicherlich hatte er seine Freundin vermisst und auch sehr viel von ihr berichtet, zumindest seiner Schwester, die ihn ja förmlich durchlöchert hatte. Auch seinen Eltern hatte er von Elena erzählt, weil diese ihm einfach wichtig war und seine Eltern sowieso gemerkt hatten, dass er etwas zu sagen hatte. Am Ende war es für alle in Ordnung, nur Lennox hatte wohl vergessen, sich wie versprochen, immer mal wieder bei seiner Freundin zu melden. Irgendwie waren die Feiertage und die restlichen Ferien so voll gewesen, dass er es einfach vergessen hatte. Das war nicht einmal eine böse Absicht gewesen, sondern einfach nur seine Trotteligkeit, die ihm da einen Strich durch alle Pläne bezüglich des Briefeschreiben mit Elena gemacht hatte. Eigentlich sah es Lennox auch als keine große Sache an, immerhin sah er seinen Fehler ja nicht einmal, doch er würde wohl bemerken, dass Elena diese Sache anders sah. Irgendwie war ihm nicht mal so wirklich in den Sinn gekommen, dass er es vergessen hatte. Böse meinte er es also keineswegs und doch war irgendwie abzusehen, dass seine Aktion nicht wirklich positiv bei der Ramirez ankommen würde. Doch wirklich etwas ändern konnte er daran nun auch nicht, zumal er ja nicht mal wusste, dass er sich falsch verhalten hatte.

Lennox hatte Elena noch nicht wiedergesehen, doch wollte sie auf jeden Fall sehen. Er hatte sie schließlich vermisst und wollte von ihren Ferien hören. Ja, wenn man das so hörte, konnte man glauben, die beiden waren absolut kitschig, doch Lennox würde das immer wieder verneinen, wenn man ihm das irgendwann mal sagen würde. Wer nannte ihn schließlich kitschig? Er war doch wohl einfach nur cool! Letztendlich musste er Elena nicht mal suchen, weil sie ihn gefunden hatte und ihn auch sogleich ansprach. Er merkte noch nicht, dass etwas nicht in Ordnung war, sondern drehte sich einfach nur lächelnd zu ihr um und ging auf sie zu. Er hatte eben keine Ahnung, was ihm blühen würde. Lennox sah sie fröhlich an und gab ihr direkt einen kurzen Kuss. Oh ja, er hatte sie vermisst und war froh, dass er sie nun wieder bei sich haben konnte. „Hey“, sagte er schnell und sah sie dabei weiterhin freundlich an, als sie dann aber weiter sprach und ihre ganze Haltung ihm zeigte, dass etwas nicht stimmte, merkte natürlich auch Lennox, dass hier etwas nicht richtig lief. Er sah sich um un dmerkte, dass zumindest nicht alle zu ihnen hinschauten. Trotzdem merkte er natürlich auch, dass ihre Stimme doch schon einige Aufmerksamkeit auf sie gezogen hatte. Was hatte er also verpasst? Er ließ die Arme sinken und sah sie fragend an. Vollkommen überrascht, weil er eben nicht wusste, was los war. „Was ist los?“, fragte er sie direkt und zuckte schnell mit den Schultern, bei ihrer Frage. „Ja, ich hatte wirklich schöne Ferien. Waren deine etwa nicht gut?“, fragte er sie sogleich und hoffte, dass alles bei ihr in Ordnung war. Hatte er etwas verpasst und sie alleine damit gelassen. Er wollte doch wirklich kein schlechter Freund sein! Was war ihm also entgangen?
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#3
Es war nichts Neues, dass sich Elena und Lennox von Zeit zu Zeit in den Haaren hatten. Irgendwie stimmte es wohl doch, dass dort wo viele positive Emotionen waren, eben auch das genaue Gegenteil davon zum Vorschein treten konnte. Trotzdem stimmte es Elena auch nicht unbedingt besser, dass Lennox noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen hatte, geschweige denn zu verstehen schien, was hier überhaupt schon wieder los war. Das war eigentlich das letzte, das die Hufflepuff selbst erwartet hatte. Halb hatte sie erwartet, dass er zumindest die letzten paar Stunden der Ferien damit zugebracht hatte, sich eine dumme Ausrede auszudenken, die er in dieser Sekunde anbringen konnte und halb hatte sie auch damit gerechnet, dass es gar keine Ausrede sein würde sondern harte Fakten, die er ihr präsentieren würde. Sie hatte damit gerechnet, dass er irgendetwas vorbringen würde, ja sich sogar davor gefürchtet, dass er aus irgendwelchen Gründen Schluss mit ihr machen könnte. Dass er nun einfach so dastand, sie küsste und die Welt nicht mehr verstand, während er dämliche Fragen stellte, machte sie einerseits fertig und brachte in ihr die Wut nur noch ein bisschen mehr zum Schäumen, sodass es ihr nicht einmal mehr sonderlich viel ausmachte, seine gute Laune zu zerstören. Wie konnte er gerade nur gute Laune haben? „Ist das dein Ernst?“, wollte sie in angriffslustigen Tonfall wissen, als sie die Hände in die Hüften stemmte. Sie konnte sich gerade noch davon abhalten die Frage nochmal zu wiederholen, schriller und vielleicht auch mit ein paar Schimpfwörtern zwischen den einzelnen Wörtern. Eigentlich stritt sie nicht gerne mit ihrem Freund und auch wenn man es ihr gerne unterstellte bereitete es ihr auch keine Freunde ihn vor aller Welt zusammenzustauchen wie ein Kleinkind, das etwas angestellt hatte, aber wie sollte sie das Problem anders veranschaulichen, wenn sie nicht im Hufflepuff Gemeinschaftsraum in Tränen ausbrechen wollte, weil sie dermaßen enttäuscht war?

„Ich habe schöne Ferien gehabt. Meine Eltern haben den größten Baum aufgestellt, den wir jemals hatten, weil sie etwas besonderes machen wollten. Wir haben gemeinsam Plätzchen gemacht, lecker gegessen und waren wie jedes Jahr in der Kirche“, erzählte sie dann, allerdings nicht so wie sie die News jemand anderem beigebracht hätte, sondern mit fast greifbarem Ärger im Tonfall. Besonders der Tag an dem die ganze Familie in der Kirche gewesen war und Elena natürlich wieder an ihren Bruder gedacht hatte, war einer von denen gewesen, an denen sie sich Lennox an ihre Seite gewünscht hätte, um sich an jemandem festhalten zu können. Hatte er das gar nicht mitbekommen oder sich vorstellen können? Schlussendlich war Josie wieder Mal diejenige gewesen, die das alles mitbekommen hatte müssen. Dabei konnte Elena noch nicht mal so viel Ärger bei ihrer besten Freundin ablassen, aus Angst, vor dem berühmten ‚Ich hab es dir ja gesagt‘. Es war ein verdammter Teufelskreis. „Du könntest das alles bereits wissen, wenn du mir mal meinen Brief beantwortet hättest“, brachte sie schließlich alles auf einen Punkt, wobei die junge Frau sich nicht im Klaren darüber war, ob Lennox nun eins und eins zusammenzählen konnte. Wenn sie sich schon eine verdammt lange Zeit nicht sehen konnten, (und ja die Weihnachtsferien waren in der Welt der Ramirez eindeutig eine viel zu lange Zeit) dann musste man doch zumindest irgendwie Kontakt halten, war ihre Ansicht oder ihr vielmehr ihr Wunsch. Stattdessen hatte sie ihre Ferien unter anderem auch damit verbracht Lennox zu vermissen, dem offenkundig in seiner Welt gar nichts gefehlt hatte. Wie konnte so etwas fair sein? Und war das nicht viel mehr ein Warnsignal in ihrer Beziehung wenn er nicht zumindest ein bisschen bereute, dass sie nicht einmal ein Treffen bewerkstelligen hatten können? Man musste nicht extra erwähnen, dass Elenas Gedanken in ihrem Kopf Achterbahn fuhren. Vielleicht litt sie gerade mehr als ihr bewusst war an dem typisch weiblichen Leiden, mehr in etwas hineinzuinterpretieren als es eigentlich darstellen sollte, aber in ihrem Kopf hatte sie Lennox schon mit den schlimmsten Begründungen verteufelt, bevor der auch nur die Chance erhalten hatte, ihre Anklage in irgendeiner Form zu beantworten. „Ich hab nicht angenommen, dass das schon zu viel von mir erwartet war.“
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#4
Lennox hielt sich vielleicht für besonders cool und sicherlich dachte er auch, er würde vieles einfach drauf haben, doch er irrte sich in dieser Angelegenheit gewaltig. Immerhin dachte er über diese Dinge scheinbar nicht so nach, wie er es tun sollte, denn andernfalls wäre ihm sicherlich aufgefallen, dass Elena möglichweise sauer auf ihn sein könnte. Doch er sah diese Dinge nicht. Das meinte er nicht mal böse, sondern viel mehr sind die Ferien so an ihm vorbeigeflogen, dass ihm nicht in den Sinn kam, dass er Elena vernachlässigt hatte. Schließlich war das nicht das gewesen, was er gewollt hatte, sondern es war das gewesen, was eben passiert war. Genau aus diesem Grund verstand er auch nicht, wieso Elena plötzlich so sauer wurde und ihm ziemlich deutlich aufzeigte, dass er ganz offensichtlich etwas vergeigt hatte. Anders konnte man ihre Haltung und auch ihren Tonfall schließlich wirklich nicht deuten. Auch jemand wie Lennox bemerkte so etwas. Er wusste vielleicht nicht, wieso das gerade passierte, doch er merkte schon, dass es passierte. Daher sah er seine Freundin überrascht an. Augenblicklich verschwand sein Lächeln aus seinem Gesicht, weil er eben genau wusste, dass dies nicht angebracht war. Er sah sie verwundert an und sprach schließlich diese Verwunderung auch aus. „Was ist mein Ernst?“, fragte er sie und wirkte dabei vollkommen unschuldig. Ihm kam einfach nicht in den Sinn, was er getan haben könnte oder eben, dass er gar nichts getan hatte und sie deswegen so sauer war. Doch Lennox dachte in dieser Hinsicht auch einfacher und würde daher auch nicht darauf kommen, wenn sie ihm das nicht sagte. Lennox war ehrlich überrascht und hatte keine Ahnung, was vor sich ging. Er wusste nur, dass er diese Sache regeln musste, weil er wirklich keinen Streit mit seiner Freundin haben wollte. Das lag ihm im Grunde genommen ziemlich fern. Er wollte nicht nach Hogwarts kommen und sich streiten. Im Gegenteil hatte er sich doch gefreut, sie wiederzusehen und sie wieder in seiner Nähe zu haben. Wieso machte sie ihm da jetzt also einen Strich durch die Rechnung?

Natürlich merkte auch Lennox bei ihrer Aufzählung, dass die Sache immer schlimmer wurde für ihn. Sie erzählte nicht begeistert von ihren Ferien, sondern war viel eher verbittert. Weswegen er sich nicht mal wirklich traute, noch irgendetwas mehr dazu zu sagen. Sollte er das kommentieren? Immerhin klang das Ganze doch wirklich gut, was sie da berichtete, doch auch ein Lennox Montgomery hatte mal seine lichten Momente und wusste in diesen, wann es besser war, einfach mal die Klappe zu halten und sich seinen Teil zu denken. Er musste erst einmal wissen, was da los war und was er verbrochen hatte, um sie wieder auf seine Seite ziehen zu können. Zumindest war das sein Plan. Ob er diesen am Ende auch umsetzen konnte, lag noch in den Sternen, doch er hatte vor, es zu versuchen. Letztendlich stellte sich auch heraus, dass es sinnvoll war, abzuwarten, weil sie wenig später auch sagte, was sie wirklich bedrückte. Er hatte ihr nicht geantwortet und Lennox runzelte kurz die Stirn. Hatte er ihr wirklich nicht geantwortet? Er hatte den Brief von ihr gelesen und hatte ihr auch antworten wollen. Was war also passiert? Lennox fiel es wieder ein und sein Blick wurde augenblicklich entschuldigend. Er hatte sie nicht vergessen, sondern viel mehr irgendwie alles vergessen. Die Tage waren so voll und so stressig, dass er sich immer vorgenommen hatte, es zutun, aber es nie gemacht hatte. Dabei hatte er Elena sicherlich nicht das Gefühl geben wollen, dass er sie vergessen hatte. Er würde sie schließlich niemals vergessen! „Elena, es tut mir leid“, sagte er ehrlich entschuldigend und musste leise seufzen. „Es war nicht zu viel von dir erwartet, ich bin einfach nur ein Idiot“, gab er offen zu und hoffte, dass er damit bei ihr punkten konnte, schließlich hatte er keine bösen Absichten gehabt und das würde sie sehen, oder nicht? Er nahm ihre Hand reumütig in seine und sah ihr tief in die Augen. „Ich weiß, es ist keine Entschuldigung, aber es kam mir immer etwas dazwischen. Die Tage waren so stressig und vollgepackt, dass ich irgendwie vergessen habe, dir letztendlich zu schreiben oder gedacht habe, dass ich es getan hätte, obwohl ich es nicht getan habe. Es tut mir wirklich leid, dass war keine böse Absicht, ich hab einfach nur die Zeit vergessen“, sagte er ehrlich und wusste natürlich, dass seine Ausrede mehr als instabil war. Es würde ihr dadurch nicht besser gehen, oder? Natürlich nicht! Er konnte nur hoffen, dass sie ihm vergeben würde, denn wegen so einem Mist und vor allem wegen seinem Mist wollte er sicherlich seine Freundin nicht verlieren. „Ich hab aber nicht gewollt, dass du dich schlecht fühlst und sicherlich habe ich dich nicht vergessen. Ich hab oft an dich denken müssen und dich vermisst“, sagte er ehrlich und hoffte sehr, dass seine Aussage gepaart mit einem echten Dackelblick helfen würde, ihre Gemüt wieder runterfahren zu können. Eine andere Möglichkeit hatte er immerhin nicht, oder?
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#5
Elena musste zugeben, dass sie manchmal wirklich streng war mit Lennox. Er hatte es nicht immer leicht mit ihr, weil sie manchmal einfach anstrengend war und weil sie irgendwelche verrückten Phasen hatte, in denen wahrscheinlich nicht mal Gandhi höchstpersönlich mit ihr klar gekommen wäre. Das fiel ihr dann immer im Nachhinein auf und war ihr zudem auch meistens hochnotpeinlich. Dass sie sich allerdings darüber aufregte, dass ihr Freund offenkundig nicht daran gedacht hatte, dass es vielleicht an der Zeit gewesen wäre, sich zwischendurch mal zu melden, während sie sich in den Ferien nicht sehen konnten, war hoffentlich nachvollziehbar. Gleichzeitig war es auch so ein herber Rückschlag in ihren Augen, immerhin hatte sie gedacht, dass es endlich aufwärts ging mit ihnen, nachdem sie viel zu lange Zeit damit zugebracht hatten, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen und sich daraufhin zu trennen. Sie hatte gedacht, dass sie jetzt endlich mal über den Punkt hinweg waren und so etwas wie eine richtige erwachsene Beziehung führen konnten. Verdammt nochmal wo war der charmante Lennox vom Ball, der versucht hatte ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen und wie konnte jemand in einem Moment so süß sein und im nächsten dann die Themen vergessen, die wirklich auf der Hand lagen? Wäre sie nicht so dermaßen sauer gewesen auf ihren Freund, dann wäre die Hufflepuff doch glatt in Versuchung gekommen, diesen Umstand wissenschaftlich zu untersuchen. So aber konnte sie nur die Kiefer aufeinander pressen, in der Hoffnung, dass ihr nicht noch ein paar Worte entfleuchen würden, die alles andere als vorteilhaft für Lennox waren und darüber hinaus auch noch mehr Aufmerksamkeit auf sie beide ziehen würden, als sie eh schon hatten. Zwar gab Elena gerade keinen Deut auf irgendwelche unfreiwilligen Zuseher, die sich vermutlich gerade köstlich amüsierten über diese Auseinandersetzung, aber irgendwo wusste sie doch, dass sie spätestens morgen beim Frühstück wieder ein kleines peinliches Gesprächsthema sein würde. Aber wer konnte ihr ihre Reaktion verdenken?

Lennox hatte doch noch nicht mal eine wirkliche Ausrede… Er gab sich nicht mal Mühe eine zu finden. Tja, kreative Last Minute Gedanken waren wohl noch nie so seine Stärke gewesen und die Ramirez noch nicht unbedingt in der Laune das jetzt und auf der Stelle zu übersehen bzw. seine Tat gleich zu entschuldigen. „Du warst also zu beschäftigt, mich zu vermissen, dass du ganz vergessen hast, mir zu schreiben oder Rauchzeichen zu geben? Weißt du wie unglaubwürdig das klingt?“, wollte sie von ihm wissen, zwar ein bisschen besänftigt davon, dass er nicht abstritt, dass er einen Fehler gemacht hatte, aber bei weitem nicht versöhnlich gestimmt. Wenn es eines gab, dass man über sie wissen musste, dann dass sie früher oder später mit Sicherheit wieder auf den Dackelblick aus den braunen Augen reinfallen würde, aber wie leicht würde sie es ihm machen, wenn er sich dafür nicht einmal anstrengen müsste. Wobei solche Maßnahmen ihr mit großer Wahrscheinlichkeit schwerer fielen als ihm. Mit einem Seufzen entzog sie ihm ihre Hand. Wenn sie eines nicht wollte, dann weichgekocht zu werden oder in die Versuchung zu kommen, sich ihm einfach in die Arme zu werfen. „Ich hab dich einfach anders eingeschätzt gehabt und das ist es, was so weh tut“ Man konnte einen Menschen nicht ändern und Elena wollte auch gar nicht, dass Lennox jemand anders wurde, aber so ein bisschen Hoffnung hatte sie eben doch auf einen kleinen Sinneswandel seinerseits gehabt, nachdem er sich so angestrengt hatte ihr einen schönen Ball zu bieten. Zwar war ein leichter Wermutstropfen dabei, wenn Elena darüber nachdachte, dass sie am gleichen Abend viel zu viel getrunken gehabt hatte und gewisse Pläne somit auf ziemlich dämliche Weise ins Wasser gefallen waren, aber was davor gewesen war, würde sie so schnell nicht vergessen. Es hätte das Highlight ihres Schuljahres sein können, wenn sie es recht bedachte. „Und wenn ich überlege, dass ich so dumm war, mir echt Sorgen zu machen, weil ich nichts gehört habe“, fügte die 16 Jährige nun mit einem vorsichtigen Flüstern an. Noch so ein nicht ganz stiller Vorwurf an ihren Freund. Auch bei ihr waren die Feiertage und der Rest der Ferien ziemlich vollgepackt gewesen. Naturgemäß stand in diesem Zeitraum des Jahres sehr viel an. Aber sie hatte von Lennox erzählt, hatte sich darauf gefreut ihn wiederzusehen und hatte sich zwischenzeitig wirklich den Kopf darüber zerbrochen, warum sie nichts von ihm hörte.
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#6
Lennox hatte es wirklich nicht böse gemeint. Wie könnte er auch? Er liebte Elena und er wollte ihr ein guter Freund sein. Absichtlich machte er sicherlich keine bösen Dinge. Er war verpeilt und manchmal vielleicht einfach dämlich, aber sicherlich nicht absichtlich böse seiner Freundin gegenüber. Er gab sich wirklich Mühe und hatte es in den Ferien wohl einfach vergessen, verdrängt oder vielleicht auch einfach vollkommen verplant. Doch im Endeffekt war das doch egal, oder nicht? Es waren nur zwei Wochen gewesen und nun würden sie sich wieder öfter sehen. Doch dass es nicht so leicht werden würde, merkte Lennox schnell, als er die Reaktion von Elena bemerkte. Leider hatte er aber auch keinen Masterplan, wie er aus dieser Nummer wieder herauskommen sollte, weil er doch merkte, dass Elena ziemlich sauer auf ihn war. Was sollte er also tun, außer sich noch einmal zu entschuldigen. Doch Lennox wusste genau, dass eine weitere Entschuldigung nicht wirklich etwas bringen würde. Immerhin hatte er einfach Mist gebaut und wusste selbst, dass er diesen nicht mehr so einfach aus dem Weg räumen konnte. Zumindest merkte er das ganz ganz deutlich. Der Montgomery war ratlos und musste letztendlich auch so aussehen. Konnte Elena nicht etwas Mitleid mit ihm haben? Konnte er diese Hoffnung vielleicht noch haben? Lennox bemerkte selbst, dass diese Hoffnung immer kleiner wurde und dennoch versuchte er sie nicht vollkommen zu verlieren. Irgendwie musste es ja noch die Fassung bewahren und hoffen, dass er diesen Streit mit Elena irgendwie verhindern und sie beruhigen konnte. Wenn er weit genug gedacht hätte, wäre ihm sicherlich in den Kopf gegangen, dass es nur so enden konnte, wenn er sich in den Ferien nicht meldete und dann hätte er sich vielleicht doch gemeldet. Weil wer wollte schon so ein Szenario haben? Lennox war aber nicht so weitsichtig und es lag nun an ihm, ihr zu erklären, wieso er sich nicht gemeldet hatte und dass er das keineswegs böse gemeint hatte. Doch wie stellte man das schon an, wenn die Fronten schon so verhärtet waren?

Als sie dann seine Worte irgendwie anders darstellte, als er sie gemeint hatte, merkte er natürlich, wie bescheuert diese klangen. Er sah sie entschuldigend an und versuchte wirklich seinen reumütigtsten Dackelblick aufzusetzen. Doch er wusste natürlich selbst nicht so genau, ob das wirklich etwas brachte. „Na ja, wenn du es so sagst, klingt es wirklich bescheuert. Doch so meine ich das doch gar nicht“, versuchte er sich weiter aus der Affäre zu ziehen und sah sie dabei auch weiterhin schuldbewusst an. Lennox wusste schließlich, dass er Schuld hatte und nun irgendwie alles wieder gerade biegen musste. Nur der Weg dort hin war ihm noch gänzlich unklar. Als sie dann weitersprach, fühlte er sich noch schuldiger. Er hat sicherlich nicht gewollt, dass sie sie sich schlecht fühlte. Doch er wusste auch nicht, wie er das nun ändern konnte. „Es tut mir leid, dass ich dich enttäuscht und verletzt habe. Ich habe das wirklich nicht böse gemeint und ich wollte dir sicherlich auch nicht wehtun. Ich bin manchmal einfach ein Idiot“, gab er offen zu und merkte, dass das nicht wirklich etwas brachte. Sie sagte weiterhin, was sie störte und er hatte immer noch keine Ahnung, wie er das Ganze wieder richten konnte. Sein Blick wurde immer schuldbewusster. „Ich wollte auch nicht, dass du dir Sorgen machst. Elena, es tut mir wirklich leid. Ich habe es einfach vergessen, weil ich ein Idiot bin. Die Tage sind einfach nur davon gezogen und letztendlich dachte ich vermutlich, dass wir uns ja bald wieder sehen und ich wollte dir dann auch wieder persönlich alles sagen. Ich wollte aber nicht, dass du dich von mir im Stich gelassen fühlst. Ich liebe dich und ich hab dich wirklich vermisst“, gab er weiter ehrlich zu und nahm ihre Hand in seine, um diese zu drücken. Er wusste nicht, ob das gut bei ihr ankommen würde, doch irgendetwas musste er schließlich machen, oder nicht? „Ich weiß, dass ich Mist gebaut habe. Sag mir was ich tun kann, damit du nicht mehr böse bist. Ich will das nicht zwischen uns haben und ich tue alles, damit du siehst, dass du mir wirklich alles bedeutest“, sagte er ehrlich und drückte dabei noch einmal ihre Hand. Sein schuldbewusster und unterwürfiger Blick waren auch immer noch vorhanden. Sie sollte ihm sagen, was er tun konnte, weil ihm wirklich viel an dieser Beziehung lag. Doch letztendlich konnte auch nur sie sagen, ob sie ihm noch einmal verzeihen konnte. Oder konnte er noch mehr tun?
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#7
Das einzige, das Lennox in diesem Moment davor bewahrte, auf der Stelle von Elena umgebracht zu werden, war (neben der Tatsache, dass sie zwar aggressiv und böse war, aber ihm im Grunde genommen nichts Böses wollte) wohl der Umstand, dass er schon immer eine ziemlich unwiderstehliche Art gehabt hatte. Ohne, dass die Hufflepuff es verhindern hätte können, wirkte ihr Freund eben irgendwie niedlich und fast wie ein verlorenes Reh, während er sich bemühte irgendwelche Worte zu finden, die ihre Wut dämpfen konnten. Am liebsten wäre sie ihm alleine aus dem Grund schon um den Hals gefallen und hätte ihm einen Kuss auf die Wange gedrückt, aber so ein bisschen Selbstbeherrschung verhinderte das dann doch. Sie hatte sich dafür entschieden, dass sie sauer auf Lennox war, weil er sich die ganzen Ferien nicht bei ihr gemeldet hatte, also würde Elena ihn auch nicht so leicht davonkommen lassen. Und trotz allem musste sie sich dann auch noch vorhalten, dass irgendwo etwas falsch laufen musste zwischen ihnen, wenn sie während dieser paar Tage fast vor Sehnsucht verging, während er offenkundig so viel Spaß gehabt hatte, dass er die Zeit absolut vergessen hatte. Er hätte sich doch zwischenzeitig mal bei ihr melden können… Oder war sie diejenige, die hier verdammt nochmal wegen einer Kleinigkeit durchdrehte? Immerhin waren es nur ein paar Tage gewesen, die sie sich nicht gesehen hatte. Eine so erschütternd geringe Zeit, die Ferien genannt wurde und die so kurz war, dass sich regelmäßig Schüler darüber beschwerten. Vielleicht drehte sie hier grundlos am Rad. Das wäre alles zu lösen gewesen, wenn Elena das Talent besessen hätte, sich zu beruhigen und einfach zu reflektieren. Dann hätte sie vielleicht auch bemerkt, dass ihr Freund sie wirklich nicht verletzten hatte wollen und dass die Aktion hier vielleicht ein kleines bisschen zu dick aufgetragen war, aber sie war nun Mal eben nicht das Mädchen mit dem man ruhig über etwas reden kann, während sie sich gerade echauffierte und sie war auch niemand, der fürs erste ruhig einen Fehler eingestehen konnte.

Dennoch ließ sie entnervt die Arme fallen und fügte ein „Ich war einfach so enttäuscht“ mit einem Schulterzucken an. Auf dem Ball war alles noch so perfekt gewesen und sie hatte sich gefühlt wie im Himmel. Lennox war so nett zu ihr gewesen und er hatte ihr wirklich geholfen, als sie es an dem Abend dringend gebraucht hatte, weil sie sonst mit Sicherheit jede Menge Ärger bekommen hätte. So gesehen, war sie ihm vielleicht sogar noch was schuldigt und hätte sich sicherlich auch Gedanken gemacht, wenn sie nicht generell den Fehler gemacht hätte, dem ganzen ein bisschen zu viel Bedeutung zuzumessen. Es war ein Abend gewesen. Davon wurde eine Beziehung wahrscheinlich auch nicht großartig besser oder schlechter. „Vielleicht hab ich auch einfach zu viel erwartet. Ich weiß es nicht.“ Dass sie ihn zumindest nicht mehr anschnauzte, war wahrscheinlich das Beste, das sie dem Montgomery in diesem Augenblick bieten konnte. Es war immerhin besser als sich weiterhin mit ihm zu streiten und ihr Pulver dahingehend hatte sie im Augenblick auch einfach verschossen, wie wahrscheinlich auch der halbe Gemeinschaftsraum gerade mitbekommen hatte. Herzlichen Glückwunsch, sie hatten es mit Sicherheit mal wieder geschafft, das Gesprächsthema anderer Menschen zu sein, aber das war das, was Elena gerade am wenigsten Sorgen machte. Sie musste sich zusammenreißen, Lennox nicht direkt anzusehen, um wenigstens halbwegs ernstzunehmend böse gucken zu können, aber auch das funktionierte nur bedingt, denn spätestens als er ihre Hand ergriff musste sie ihn irgendwie doch wieder ansehen. Immer noch der gleiche Effekt. Ein paar viel zu brauner Augen, fast wie die von Bambi und dazu eine Entschuldigung und sie konnte einfach nicht länger böse sein. Was ein Mist aber auch. „Es ist okay“, murmelte sie und Lennox musste an ihrer ganzen Haltung und ihrer Mimik schon längst erkannt haben, dass er sowas wie gewonnen hatte. Zumindest sofern es etwas zu gewinnen gab, außer dem letzten bisschen Selbstachtung, das ihm noch verblieben war nach ihrer Showeinlage. „Ich hätte einfach gerne einen Brief gehabt.“ Aber wahrscheinlich konnte man nicht alles haben. Ziemlich sicher sogar. Sie hatte lieber ein paar nette Erinnerungen an den Ball und würde versuchen das was sie an den Ferien gestört hatte, anzuhaken, indem sie nicht mehr daran dachte. Waren schließlich auch andere, lustige Dinge passiert in den Weihnachtsferien, an denen sie sich festhalten konnte.
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#8
Lennox wusste nun im Laufe des Gespräches, dass er es verbockt hatte und es wieder gut machen musste. Er musste es einfach schaffen, weil ihm Elena viel zu wichtig war, um sie einfach gehen zu lassen und sie wegen solch einer Dummheit zu verlieren. Er hatte es schließlich wirklich nicht extra gemacht. Nein! Er hatte nicht nachgedacht und war wie immer einfach dumm gewesen! Er war sich auch ziemlich sicher, dass ihm so etwas nicht noch einmal passieren würde, weil er nun auch einfach wusste, wie wichtig Elena diese Briefe waren. Er war einfach ein Idiot, doch er musste dafür sorgen, dass Elena wieder sah, wie liebenswürdig dieser Idiot doch war. Lennox musste das einfach schaffen, weil ihm viel an seiner Freundin lag und man merkte ihm auch schon im Gespräch an, dass er sich wirklich Mühe gab, diese Sache zu klären. Er hatte sie nicht kränken wollen und ganz sicher, hat er auch nicht gewollt, dass sie sich wegen ihm Sorgen machte oder gar schlechte Ferien wegen ihm hatte. Er hatte einfach nicht nachgedacht und merkte nun, dass es ihm manchmal gut tun würde, doch mal etwas nachzudenken. Vielleicht sollte er darauf mal öfter zurückgreifen. Doch Elena kannte ihn und wusste, dass er manchmal einfach dumm war und genau deswegen musste er es auch schaffen, sie wieder um den Finger zu wickeln. Er war charmant und er hielt sich sowieso für am coolsten. Er war mit ganzem Herzen bei der Sache und diese Tatsache würde er sich nicht einfach so absprechen lassen. Genau das sah man ihm aber auch an, wenn man ihn in diesem Gespräch beobachtete. Es lag ihm einfach so viel an Elena, dass diese Dummeheit ihn gerade in diesem Augenblick auch wirklich störte. Ja, er hatte sie vermisst und genau das meinte er auch ernst. Er hatte sie wirklich vermisst! Er war nur eben auch ein pragmatischer und dummer Teenager und hatte vergessen, jeden Tag zu schreiben oder letztendlich sogar überhaupt zu schreiben. Da steckte keien böse Absicht hinter, sondern einfach Dummheit. Und scheinbar waren sie an dem Punkt des Gespräches angekommen, wo auch Elena das bewusst wurde. Mehr konnte er schließlich nicht tun, oder doch?

Sie machte noch einmal darauf aufmerksam, wie enttäuscht sie doch war und er biss sich entschuldigend auf die Unterlippe. Er sah sie schließlich absolut verliebt an und versuchte seine besten Worte zu finden. „Es tut mir wirklich leid, dass ich dich enttäuscht habe. Das war nie meine Absicht gewesen“, sagte er ehrlich und hoffte, dass sie ihm glaubte. Letztendlich lag es an ihr, ihm zu glauben. Er konnte nicht mehr tun, als sich zu entschuldigen und um Verzeihung zu bitten. Sie musste den nächsten Schritt gehen, wenn ihre Beziehung nicht den Bach herunter gehen sollte. Als sie weitersprach, fühlte er sich noch schlechter und sah sie noch entschuldigender an. Er setzte seinen besten Dackelblick auf. „Es tut mir wirklich leid“, sagte er noch einmal und nahm ihre Hände in seine. „Ich habe nie vorgehabt, dich zu enttäuschen. Du bist neben meiner Familie, der wichtigste Mensch in meinem Leben. Ich liebe dich“, sagte er ehrlich und hoffte, dass er sie damit noch etwas mehr um den Finger wickeln konnte. Er glaubte ihr nämlich nicht so wirklich, dass alles okay ist. Und er wusste, dass er noch viel mehr tun musste. „Es wird nie wieder vorkommen, dass ich deine Briefe vergesse. Ich werde mir das merken“, sagte er ehrlich und sah sie weiterhin entschuldigend an. Er beugte sich zu ihr und gab ihr einen kurzen, aber gefühlvollen Kuss. „Ich bin einfach ein Idiot“, gestand er noch einmal ein und sah sie schließlich wieder mit seinem Dackelblick an, als er sich von ihr löste. „Weißt du, ich bin manchmal vielleicht wirklich bescheuert... Doch ich will dich nicht absichtlich verletzen. Du bedeutest mir einfach so viel... Ich werde nie mehr jemanden finden, der so perfekt ist wie du es bist. Ich liebe dich einfach und egal, was es ist... Ich werde es tun, um dir zuzeigen, wie viel du mir bedeutest. Sag mir einfach, was ich tun kann, um dein Vertrauen zurück zubekommen“, sagte er und war sich seiner Worte sehr bewusst. Er musste ihr zeigen, dass er alles geben würde, wenn ihm wirklich so viel an ihr lag, wie er sagte. Und genau deswegen zog er auch all diese Register und hoffte sehr, dass sie auch positiv bei Elena ankommen würde. Eine andere Möglichkeit hatte Lennox schließlich nicht mehr, oder?
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#9
Lennox hatte sie nicht mit Absicht verletzt. Er war nicht eines dieser abgehobenen Arschlöcher, das sich nichts aus seiner Freundin machte und auch wenn man Mitglieder der weiblichen Spezies gerne voller Inbrunst und Überzeugung sagen hörte, dass alle Männer im Grunde doch nur Schweine waren, war Elena eigentlich überzeugt davon, dass ihr Freund die Ausnahme der Regel war. Sie hatte sich schließlich keine Gedanken darüber gemacht, ob es eventuell ein anderes Mädchen gegeben hatte oder dergleichen. Sie wusste, dass sie Lennox in dieser Hinsicht vertrauen konnte. Das änderte allerdings nichts daran, dass er sie mit seinem Verhalten verletzt hatte. Zugegeben, manchmal mochte sie etwas zu anhänglich sein und vielleicht hatte ihn das auch zur Weißglut oder zur Verzweiflung getrieben, aber nachdem was mit ihrem Bruder passiert war, machte sie sich eben Gedanken. Sie versuchte stets gut gelaunt zu sein und das Leben nicht zu ernst zu nehmen, aber die Wahrheit war, dass sie sich den Kopf zerbrach über die Leute, die ihr lieb und teuer waren, weil sie aus Erfahrung wusste, dass alles relativ schnell vorbei sein konnte. Lennox hatte sie in Furcht und Schrecken versetzt und an sich selbst zweifeln lassen, ob er das nun gewollt hatte oder nicht. Er hatte auf ihren Gefühlen herumgetrampelt. Obwohl es natürlich gut tat zu sehen, dass er sich nunmehr selbst dafür steinigte, dass passiert war, was eben passiert war, blieb fürs erste ein bitterer Beigeschmack für Elena zurück. Realistisch gesehen konnte Lennox auch nicht mehr tun, als sich für den Fehler, den er gemacht hatte, zu entschuldigen, Elena würde das mehr als nur akzeptieren und vielleicht sogar dankbar dafür sein, dass er mit keinem Wort darauf herumreiten wollte, was für ein unkontrollierbares Temperament sie manchmal an den Tag legte und wie sie sich in Dinge hineinsteigern konnte, die vielleicht gar nicht mal so schlimm waren. Er ritt nicht auf ihren Fehlern herum, warum sollte sie es umgekehrt dann tun?

Die Hufflepuff versuchte also ihren Ärger hinunterzuschlucken und das war wohl am einfachsten möglich indem sie sich einfach auf den Fakt konzentrierte, dass es ihm gut ging und sie in nächster Zeit wieder unzertrennlich sein würden. Vielleicht war die perfekte Traumwelt in der sie sich auf dem Ball geglaubt hatte, doch noch gar nicht dazu verdammt in die Brüche zu gehen. „Ich habe gesagt, dass es okay ist. Zerbrich dir einfach nicht den Kopf darüber“, antwortete sie mit einem vorsichtigen Lächeln. Im Normalfall mochte es durchaus ein Warnsignal sein, wenn ein Mädchen (und da war Elena selbst gar keine Ausnahme) beteuerte, dass alles wieder gut war, aber ausnahmsweise meinte die Ramirez auch, was sie sagte. Sie hatte die Wahl sich weiter mit Lennox zu streiten, weil ihm ein Fehler unterlaufen war oder es einfach gut sein und sich den restlichen Tag nicht davon verderben zu lassen. Elena konnte förmlich spüren wie sie ungefähr jeden anderen Hufflepuff, der sich im Gemeinschaftsraum befand, nun damit enttäuschte, dass sie sich hier nicht weiter eine Show lieferte, aber das Gerede der anderen war ihr fürs Erste einfach egal, entschied sie. Stattdessen fiel sie Lennox einfach um den Hals „Geh nur einfach nicht weg“, murmelte sie, sodass ihre Worte nun definitiv nur von ihm verstanden werden konnten. Mit ein paar Sätzen hatte er es geschafft, ihr jeglichen Ärger zu nehmen, weil er eben wusste, wie sie tickte und weil er sie kannte. Jeder, der behauptete, dass sie beide ohnehin nur ein Spiel mit Feuer waren, würde eines Besseren belehrt werden, genauso wie es früher oder später niemanden mehr interessieren würde, ob sie sich nun über ein paar Briefe oder eben nicht geschriebene Briefe gestritten hatten. Am wenigsten würden sie sich irgendwann in der Zukunft noch über so einen Umstand kümmern. „Aber glaub nicht, dass du mir jetzt deswegen nicht mehr erzählen musst, was du in den Ferien erlebt hast. Ich will alles wissen“, fuhr die 16 Jährige fort. Sie wollte ihn nicht ausfragen, nicht auf eine Art wie das eine nervige und eifersüchtige Freundin getan hätte. Sie wollte einfach über das reden, was sie ihm in ihrem Brief erzählt hatte und über das, was sie ihn gefragt hatte. Triviales wie Geschenke, Weihnachtsessen und wie sie die Feiertage verbracht hatten. War schließlich nicht Falsches dran oder?
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#10
Lennox war vielleicht ein Idiot, aber er war nicht gemein oder absichtlich bösartig. Zumindest schon mal gar nicht gegenüber Personen, die er wirklich gern hatte. Und in Elenas Fall ging es hier nicht mal mehr nur um gewöhnliches Mögen, sondern er war in dieses Mädchen verliebt. Er hatte es schon offen zugegeben und konnte es daher auch innerlich aussprechen. Lennox hatte einfach nicht nachgedacht und seine Ferien waren an ihm vorbeigerauscht. Das hieß auch nicht, dass er sie absichtlich verletzen wollte. Er hatte es einfach getan, weil er zu dumm war, um über alle möglichen Konsequenzen bezüglich seines Handelns nachzudenken. Doch wer konnte das auch schon von ihm verlangen? Lennox dachte nicht so weit und musste nun damit umgehen lernen, dass er seine Freundin enttäuscht hatte. Letztendlich war er einfach nur froh darüber, dass er das Ganze noch hatte retten können und dass er sie dazu gebracht hatte, nicht mehr all zu böse auf ihn zu sein. Hatte er es wirklich hinbekommen, ohne dass sie ihn in die Wüste schicken würde? Im Endeffekt hing Lennox sehr an Elena und hätte es wohl nicht so einfach verkraftet, wenn er sie wegen seiner Dummheit verloren hätte. Dabei war irgendwie abzusehen, dass er sie vermutlich genau wegen seiner Dummheit irgendwann in die Flucht schlagen würde und es war auch ganz klar, dass er vielleicht innerlich wusste, dass er es nicht verkraften würde, doch dies sicherlich niemals zugeben würde. Das wäre am Ende auch zu uncool, oder nicht? Lennox würde immerhin sein Image nicht aufs Spiel setzen wollen, dabei war es fraglich, ob er überhaupt ein solches hatte, was er sich selbst gerne zusprach. Doch darum ging es nun ja auch gar nicht. Er hatte schließlich alles abwenden können und musste sich deswegen auch keine Gedanken um irgendwelche Konsequenzen machen, weil er den Tag gerettet hatte. Super-Lennox-Style eben! Er hatte Charme! Es musste also so kommen!

Doch selbstverständlich gab Lennox nicht damit an, sondern zeigte sich weiterhin absolut reumütig und fühlte sich auch so. Er hatte Mist gebaut und wollte es wieder gut machen. Doch als auch Elena sagte, dass es okay war, musste er feststellen, dass es wohl wirklich okay war. Auch wenn er einen Moment darüber nachdenken musste, ob es wirklich okay war, wenn ein Mädchen das sagte. Er glaubte ihr letztendlich einfach, weil sie keine Anstalten machte, wirklich noch böse auf ihn zu sein und sie ihm sogar um den Hals fiel. Sie war also wirklich nicht mehr böse und er war einfach nur froh. Automatisch legte er seine Arme um sie und hoffte, dass dieser Moment noch eine Weile anhalten würde. „Ich werde nicht weggehen“, sagte er ihr und meinte es auch wirklich ehrlich. Er genoss diesen Augenblick und würde diesen nicht einfach so zerstören wollen. Genau deswegen hätte er sie am liebsten auch nicht mehr losgelassen, doch auch er wusste, dass es irgendwann so weit sein würde, vor allem, wenn sie wieder miteinander sprechen wollten. Letztendlich schafften die Beiden es auch, sich wieder voneinander zu lösen und sie machte auch direkt deutlich, was sie eigentlich von ihm erwartete. „Und ich erzähle dir auch alles,wenn du mir auch erzählst, was bei dir so Spannendes passiert ist“, sagte er direkt und lächelte sie dabei an. Dann kam ihm plötzlich ein Gedanke und er nahm einfach ihre Hand in seine und sah sie grinsend an. „Übrigens habe ich selbstverständlich meinen Eltern von dir berichtet. Natürlich nur das Beste“, begann er und hoffte, dass diese Information ihr gefallen würde. „Meine Eltern würden dich gern kennenlernen und wir haben uns gefragt, ob du Lust hast, in den nächsten Ferien mal bei uns vorbeizuschauen. Natürlich nur, wenn du willst und deine Eltern damit einverstanden sind“, erklärte er ihr und verdrehte leicht die Augen. „Die letzten Worte waren von meiner Mum. Sie meinte, sie will auch mit deinen Eltern telefonieren, damit sie auch sicher sind, dass du bei uns gut aufgehoben bist und so... Schließlich seien wir ja Fremde und das gehöre sich so. Na ja all das eben“, versuchte er das wiederzugeben, was seine Mutter ihm so sehr eingetrichtert hatte. Dann vergaß er das aber schnell wider und sah sie erwartungsvoll an. „Also vorrausgesetzt, du hast überhaupt Interesse an so einem Treffen.“ Auf ihre Antwort war er nun wirklich gespannt. Hatte er Angst? Ja! Doch eine Antwort brauchte er trotzdem.
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