Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Außerdem verwenden Folgende Plugins Cookies:
Erweiterter Account Switcher
Mention Me
Mybb for Mobile
Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

i hate you, i love you
Grace Kingsfield, Robyn Lincoln 15.11.2014 Klassenzimmer
#1


i hate you, i love you
GRACE KINGSFIELD & ROBYN LINCOLN » 15. NOVEMBER



Grace war nicht jemand, der oft nachsitzen musste. Sie hielt sich meistens an die Regeln, bereitete selten Probleme und hielt sich aus allen Angelegenheiten heraus. Leider funktionierte das nicht immer. Manchmal ließ sie sich zu sehr reizen und nicht immer hatte sie sich unter Kontrolle und zu oft ließ sie sich auf Streitereien ein. Dieses Mal war Robyn Lincoln, derzeitige Freundin ihres Exfreundes, ihr Opfer gewesen und Grace hatte sich schon elegantere Schlachten geliefert. Aber in diesem Fall passte ihr Name nicht ganz zu ihren Handlungen. Es war peinlich und sie war nicht gerade stolz drauf, aber es war nicht ihre Schuld gewesen. Robyn hatte sie provoziert, okay? Der Matsch war dann irgendwie, aus unerklärlichen Gründen in dem Gesicht des Mädchens gelandet und so ging das dann hin und her. Für einen Moment hatten ihre Teammitglieder dem ganzen Austausch amüsiert zugeguckt bis Grace sie physisch angegriffen hatte und man sie von Robyn wegreißen musste. Sie ließ sich nicht oft so sehr provozieren, aber an diesem Tag war sie sowieso schon gestresst gewesen und das ganze Drama mit Sam und Finn half auch nicht gerade.

Und so war sie beim Nachsitzen gelandet, obwohl sie lieber mit ihren Freunden Zeit verbringen sollte. Sie war nicht stolz auf diese Aktion und ihr war es eher peinlich, wenn sie zurückdachte, aber es war wie gesagt nicht ihre Schuld. Robyn hätte sie nicht so provozieren müssen oder auf ihre Angriffe eingehen müssen. Wie immer sah Grace sich selbst als der Unschuldsengel, obwohl ganz Hogwarts sich das Maul über ihren Aussetzer zerriss und sie beschuldigte. Aber das könnte sie ehrlich gesagt nicht weniger interessieren.

Viel mehr interessierte es sie, dass sie mit besagter Person den Nachmittag beim Nachsitzen verbringen musste und sie definitiv besseres zu tun hatte. Zwar konnte sie die Zeit nutzen, um ihre Hausaufgaben zu machen und zu lernen, aber das hieß nicht, dass sie das unbedingt mit Robyn im gleichen Raum machen wollte. Sie seufzte leise, als sie ihre Hausaufgaben für Kräuterkunde herauskramte. Der Nachmittag würde extrem langweilig werden.
Inplayzitate Zitieren
#2
Eigentlich war Robyn der reinste Sonnenschein unter den Hufflepuffs und es gab nur wenige Menschen in Hogwarts, mit denen sie überhaupt ein Problem hatte. Immerhin lebte man nur einmal und wieso sollte man seine Zeit mit Streiten verbringen, wenn man sich stattdessen einfach verstehen konnte? Sie hatte immerhin besseres zu tun, als ständig mit irgendjemandem im Clinch zu liegen. Eine Person gab es jedoch, die war ihr schon länger ein Dorn im Auge gewesen – Grace Kingsfield. Die Gryffindor war für einige Zeit die feste Freundin von Colin gewesen, was des Öfteren zu Diskussionen zwischen den beiden Mädchen geführt hatte, war die Lincoln einfach der Ansicht gewesen, dass der Bailey zu viel Zeit mit der Rothaarigen verbrachte und sie nur hinten an stand. Doch eigentlich war dies nun wirklich schon lange genug her, ihr bester Freund war in ein Drama mit einer der Französinnen aus Beauxbatons geschlittert, und Grace war nun schon länger von Colin getrennt. Man könnte also eigentlich meinen, dass die Brünette das Kriegsbeil hätte begraben können, aber irgendwie hatte sich nie etwas in die Richtung ergeben, waren beide Schülerinnen stur genug, um diese Antipathie weiter aufrecht zu erhalten, obwohl es keinen Anlass dazu gab.

Der fliegende Wechsel beim Training der Quidditch-Mannschaften der Gryffindors und Hufflepuffs hatte dafür gesorgt, dass Grace und Robyn erneut aneinander geraten waren. Die Lincoln hatte einfach nicht ihre Klappe halten können und eine Bemerkung über den Flugstil der Kingsfield gemacht, was wohl dazu geführt hatte, dass der erste Matschball geflogen war. Die Brünette war außer sich, als das glitschige, breiige Nass in ihrem Gesicht gelandet war, immerhin hatte auch sie eine gewisse Würde zu bewahren. Da sie sich das einfach nicht gefallen lassen konnte, war die Antwort auf direktem Wege zurück zum Absender geflogen, woraufhin ein heilloses Durcheinander entstanden war, hatten die Mannschaftsmitglieder nach einem kurzen Moment des Amüsements versucht, die beiden Streitenden auseinander zu bringen. Wie es natürlich kommen musste, hatte ein Lehrer die Situation direkt ins Auge gefasst und zum Anlass genommen, den beiden Mädchen Nachsitzen aufzubrummen, sehr zum Missfallen der Hufflepuff, die immer wieder beteuerte, dass sie unschuldig sei.

Doch alle Proteste halfen nichts, weswegen Robyn sich nach einer schnellen Dusche direkt zum besagten Klassenzimmer aufmachte, um ihre – in ihren Augen ungerechtfertigte – Strafe abzusitzen. Eigentlich hatte die Lincoln nach dem Training ihre Hausarbeiten erledigen und den Abend mit Colin verbringen wollen, doch schien ihr das nun missgönnt zu sein, würde sich ihr kompletter Zeitplan nach hinten verschieben. Mit angesäuerter Miene auf dem sonst hübschen Gesicht betrat die Brünette schließlich das Klassenzimmer. Grace war schon da und schien Hausaufgaben machen zu wollen. Sie stellte ihre Tasche ab und ließ sich eine Bank von der Gryffindor entfernt nieder, wobei sie nicht gerade leise war. „Vielen Dank auch“, murrte sie, während sie ihre Tasche öffnete, um ihr Tintenfass, ihre Feder sowie ein Pergament auf den Tisch zu legen. Mit Grace im gleichen Raum würde sie sicherlich nicht so viel schaffen, wie sie gewollt hatte.
Inplayzitate Zitieren
#3
Es dauerte nicht lange, bis auch endlich Robyn hereingeschneit kam und sich zu ihr gesellte. Nicht, dass Grace das wollte. Sie würde lieber alleine nachsitzen anstatt den Nachmittag mit der Hufflepuff zu verbringen. Natürlich mussten sie nicht miteinander reden, konnten sich einfach nur anschweigen, aber alleine ihre Präsenz im Raum störte die Gryffindor abgrundtief, weswegen das schon reichte, um sie eventuell auf die Palme zu bringen. Sollte Robyn dann noch ihren Mund öffnen, würde die ganze Sache mal wieder eskalieren.

Die Lincoln ließ auch nicht lange auf sich warten und bedankte sich eher mürrisch bei der Rothaarigen, dass sie ihnen das Nachsitzen eingebrockt hatte. Bisher hatte Grace versucht, sie zu ignorieren, auch wenn das eher schwer gewesen war, als sie sich nicht gerade leise eine Bank neben ihr niederließ oder sie bissig begrüßte. Grace hatte ein Talent dafür, Leute zu ignorieren, die ihr scheiß egal waren, und Robyn gehörte definitiv zu dieser Gruppe. Aber aus irgendeinem Grund war Grace heute auf Streit aus, hatte Blut geleckt und konnte nun nicht mehr genug bekommen. Anstatt ebenso bissig auf die Hufflepuff einzugehen, schenkte sie ihr ein strahlendes Lächeln. Grace hoffte, dass Robyn so viel Intelligenz besaß, um zu merken, wie falsch es eigentlich war. „Gerne doch!“, gab sie enthusiastisch zurück und lächelte umso breiter. „Wenn du nächste Woche wieder Lust auf Nachsitzen hast, kann ich dich wieder mit Matsch bewerfen. Es war mir eine Ehre.“ Ihr Tonfall klang aufrichtig, als sie eine Hand über ihr Herz legte und versuchte, so überzeugend wie möglich zu sein. Zum Glück beherrschte Grace die Kunst des Lügens und des Sarkasmus perfekt. „Falls du noch irgendwas brauchst, ich bin direkt hier neben dir. Gib mir einfach Bescheid“, fügte sie hinzu und gab Robyn noch ein letztes Lächeln bevor sie sich wieder ihren Hausaufgaben widmete.

Sie wollte am liebsten die Augen rollen, klang das ganze doch zu fake und widerlich süß, dass Diabetes neben ihr wie ein Spaziergang im Park aussah. Sie wollte von ihren eigenen Worten kotzen. Aber sie ließ sich nichts anmerken, lächelte unerträglich weiter und bearbeitete ihre Hausaufgaben. Der Hufflepuff schenkte Grace keine Aufmerksamkeit mehr.
Inplayzitate Zitieren
#4
Nur selten war sie bisher auffällig geworden und die Zahl ihrer Strafarbeiten konnte Robyn nahezu an einer Hand abzählen. Nun so kurz vor ihrem Abschluss noch ein Nachsitzen zu erhalten, an dem sie noch nicht einmal schuld war, missfiel ihr dann doch. Dass sie dann ausgerechnet ihre Zeit mit der Person in einem Raum verbringen sollte, die sie überhaupt erst in diese Situation gebracht hatte, nervte die Hufflepuff dann doch ziemlich. Mehr als es vielleicht sollte, aber ein Nachsitzen alleine wäre für sie dann doch besser gewesen. Immerhin hatte sie Hausaufgaben zu erledigen, die sie nicht unnötig aufschieben wollte. Grace mit so unschuldiger Miene über ihren Hausaufgaben sitzen zu sehen, brachte für Robyn das Fass dann fast zum Überlaufen und natürlich konnte sie sich keinen Kommentar verkneifen.

Irgendwie hatte Robyn schon damit gerechnet, dass ihr Kommentar die Gryffindor auf die Palme bringen würde – vielleicht wollte sie es sogar ein wenig provozieren – wer wusste das schon? Doch ihre Antwort brachte sie sogar ein wenig zum Grinsen. Würde sie mit Grace befreundet sein, konnte Robyn sich durchaus vorstellen, dass sie gemeinsam viel Spaß haben würden, waren sie doch teilweise irgendwie auf einer Wellenlänge, was ihren Humor und ihre Einstellung anging. Da sie jedoch nicht befreundet waren, schnaubte die Brünette nur genervt und rollte leicht die Augen. „Ich hätte dich ein wenig einfallsreicher eingeschätzt“, erwiderte sie stattdessen und lachte leise. „Es ist doch definitiv nicht dein Stil, mehrfach die gleichen Vergehen zu begehen, oder irre ich mich da?“ Wenn Robyn ehrlich war, so war die Matschschlacht sogar lustig gewesen, doch würde sie das nie vor der Rothaarigen zugeben. „Natürlich melde ich mich bei dir, wenn ich mal wieder Lust habe, Zeit mit dir zu verbringen, versprochen!“

Als Grace begann mit ihren Hausaufgaben weiter zu machen, blickte Robyn auf das Pergament vor sich und begann mit ihrem Aufsatz für Zaubertränke, wobei ihre Feder leise über das weiße Papier kratzte. Irgendwie störte es sie jedoch, dass ihre Konkurrentin so nah bei ihr saß, konnte sie sich einfach nicht auf ihre Hausarbeiten konzentrieren. Immer wieder blickte sie verstohlen zu Grace, die ihr jedoch keinerlei Aufmerksamkeit schenkte. Ihr eigenes Ego ließ es jedoch auch nicht zu, der Rothaarigen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als ihr zustand, weswegen sie ebenfalls vor sich hinschwieg, egal wie schwer es der Hufflepuff in diesem Moment fiel.
Inplayzitate Zitieren
#5
Je mehr Worte aus Robyns Mund kamen, desto mehr verfestigte sich ihr Griff um ihre Feder. Am liebsten würde sie wieder handgreiflich werden, aber Gewalt war dann doch nicht Graces Stil und sie wollte nicht noch einen Nachmittag in diesem Raum verbringen, wenn sie Wichtigeres zu tun hatte. Deswegen griff sie lieber auf die gute alte Methode der Worte zurück, die ihr nicht so schnell Ärger bereiten sollten. „Ich verschwende meine Kreativität doch nicht für dich“, gab sie lachend zurück, „ich hab Wichtigeres zu tun, als mir zu überlegen, wie ich dich das nächste Mal in Schwierigkeiten bringe. Und die Schlammschlacht hat offensichtlich Erfolge gezeigt, weswegen wir das gleich nächste Woche wieder wiederholen können, wenn du mit meiner Wenigkeit wieder in einem Raum stundenlang festsitzen willst.“ Natürlich würde die Gryffindor niemals zugeben, dass es ihr tatsächlich irgendwo Spaß gemacht hatte und sie nichts dagegen hätte, das ganze noch mal zu wiederholen – aber natürlich nicht mit bösen Absichten. Grace hatte das komische Gefühl, dass, wenn die beiden Freundinnen wären, solche Schlachten schon längst auf der Tagesordnung stehen würden. Aber da die beiden sich aus irgendeinem Grund zu ewigen Feinden verschworen hatten, würde es wohl nicht zu einer Sache zwischen ihnen werden.

Warum die beiden sich so sehr hassten, war ihr manchmal selbst nicht so klar. Ihr kam es so vor, als ob sie sich von einen Tag auf den anderen plötzlich angifteten, ohne jeglichen Grund. War es nur, weil sie Colins Ex war und die beiden sich trotz gescheiterter Beziehung noch gut verstanden? Wenn das der einzige Grund war, dann war es wirklich lächerlich. Vielleicht könnten Robyn und Grace sogar Freunde sein, wenn sie sich davon nicht zurückhalten lassen würden. Immerhin hatten sie ein ähnliches Temperament und sie war nun die derzeitige Freundin von Colin. Die ehemalige Freundin und die jetzige Freundin hatten doch immer ähnliche Charaktereigenschaften, oder? Aber die Gryffindor verwarf den Gedanken wieder relativ schnell. Nur weil ihr klar wurde, dass der einzige Grund, warum sie sich nicht verstanden, ein Kerl war, der zwischen ihnen stand, würde sie nicht plötzlich auf Friede Freude Eierkuchen machen. Da könnte Robyn den ersten Schritt machen, sollte sie jemals die selbe Erkenntnis haben. Letztenendes war Grace immer noch sehr stur. Schließlich drehte sie sich wieder mit einem süßen Lächeln zu Robyn um, als sie erwiderte: „Natürlich willst du so bald wie möglich wieder mit mir Zeit verbringen! Ich bin perfekt und eine tolle Gesellschaft.“ Sie warf ihre Haare zurück und konnte sich dabei ein echtes Lachen nicht verkneifen. Sogar in ihren Ohren klang das ganze ironisch und übertrieben. Natürlich hielt Grace von sich selbst ziemlich viel, manch einer könnte sogar sagen, sie sei ziemlich eingebildet, aber in der jetzigen Situation konnte sie sich selbst nicht ernst nehmen. Jedoch fing sie sich wieder relativ schnell, wollte sie der Hufflepuff nicht zeigen, was sie von ihrer eigenen Aussage hielt, da es doch überzeugend sein sollte.

Die Kingsfield wandte sich ihren Hausaufgaben wieder zu und schenkte Robyn keine Aufmerksamkeit mehr, wollte sie doch so viel wie möglich von ihren Hausaufgaben erledigen. Ihr fiel es relativ leicht, andere Leute auszublenden, wenn sie das wollte – eine ihrer vielen Fähigkeiten –, und so war es in diesem Fall auch nicht anders. Deswegen bemerkte sie auch nicht die Blicke Robyns. Das einzige, was ihr zu schaffen machte, war ihre Konzentration. Die Gryffindor konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken, wie dämlich es war, sich weiterhin mit Robyn zu streiten und nicht endlich mal das Kriegsbeil zu begraben. Aber ihre sture Seite war einfach zu dominant und nur über ihre Leiche würde sie sich bei ihr entschuldigen – wofür auch immer sie sich entschuldigen würde, falls sie das vorhatte. Sie war nie diejenige, die den ersten Schritt machte, nicht mal bei ihren Freunden. Wieso sollte es dann bei Robyn anders sein? Wenn sie es schon nicht bei ihren Freunden tat, dann erst recht nicht bei ihren Feinden. Grace wagte einen Blick in Richtung der Lincoln, nur um festzustellen, dass diese sie bereits anblickte. „Was guckst du mich denn so blöd an? Hab ich irgendetwas im Gesicht oder was?“, erkundigte sie sich irritiert und wischte sich übers Gesicht, war sie sich doch sicher, dass sie alle Matschreste gründlich entfernt hatte.
Inplayzitate Zitieren
#6
Ein leichtes Grinsen bildete sich auf den Lippen der Hufflepuff, als Grace meinte, ihren Einfallsreichtum nicht für sie verschwenden zu wollen. Irgendwie war es fast schade, doch hätte Robyn nicht anders gehandelt. Immerhin konnte sie sich weitaus besseres vorstellen, als die Zeit gemeinsam mit jemanden in einem Raum verbringen zu müssen, den sie nicht leiden konnte. Eine Strafarbeit pro Monat war definitiv ausreichend. „Ich würde sagen, dass DU eher Lust hattest, die Zeit mit MIR hier zu verbringen als andersherum, sonst hättest du erst gar nicht begonnen Matsch in meine Richtung zu schleudern“, stellte sie dann amüsiert fest und hätte der Gryffindor am liebsten zugezwinkert. Das jedoch war sicherlich zu viel des Guten, weswegen sie sich damit begnügte, das Lächeln auf ihren Lippen zu behalten. So widerlich der Schlamm auch gewesen war, konnte die Brünette nicht behaupten, dass es ihr keinen Spaß gemacht hatte. Sie hätte ja nicht mitmachen müssen, wenn sie es nicht gewollt hätte – das wusste die Lincoln-Tochter nur allzu gut. Doch vor Grace würde sie das sicherlich niemals zugeben.

Kurz dachte Robyn darüber nach, wieso Grace und sie eigentlich solche Probleme miteinander hatten. Insgeheim lag es sicherlich an ihrer Eifersucht, immerhin hatte sie stets Colins Liebesleben über sich ergehen lassen müssen, als dieser wieder einmal von einem Mädchen sitzen gelassen wurde oder jemanden noch vermisste, obwohl die Beziehung zu Ende war. Robyn wusste wie keine andere über ihren besten – und mittlerweile auch festen – Freund Bescheid und hatte lange genug mit ihm gelitten. Doch offen gesagt war Grace in seinen Erzählungen nie wirklich ein Problem gewesen, hatten sich die beiden im Guten getrennt und waren noch befreundet. Vielleicht war aber auch genau das das Problem? Wer wusste das schon. „Ich könnte mir sinnvollere Dinge vorstellen, Zeit miteinander zu verbringen, als bei einem Nachsitzen“, gab sie schließlich mit gerunzelter Stirn zur Antwort. „Doch ob du die perfekte Gesellschaft wärst, das müsstest du mir erst beweisen.“ Leicht zuckte die Brünette die Schultern, während sie Grace beobachtete. Vielleicht hatte sie sogar recht, doch würde Robyn nur äußerst ungern den Vorschlag äußern, es auszuprobieren. Eigentlich war die Hufflepuff ein echter Sonnenschein und sah immer das Positive in einem Menschen. Bei der Rothaarigen jedoch schien irgendetwas in ihrem Gehirn einen Schalter umzulegen, der alles Offensichtliche gekonnt ausschaltete.

Als ihre Lieblingsfeindin sich wieder ihren Hausarbeiten zuwandte, versuchte Robyn es ebenfalls, was jedoch nicht allzu lange anhielt. Immer wieder wanderten ihre Augen zu der Rothaarigen und sie beobachtete sie, was zur Folge hatte, dass die Gryffindor sie schließlich ziemlich unwirsch fragte, was das solle. Kurz zuckte die Hufflepuff mit den Schultern. „Ich hab mich nur etwas gefragt“, gab sie dann von sich und neigte den Kopf leicht, während ihre grünen Augen weiterhin auf Grace ruhten. Innerlich wog sie gerade ab, ob sie ihre Gedanken aussprechen oder doch lieber für sich behalten sollte, denn sie war sich nicht sicher, wie Grace wohl reagieren würde.
Inplayzitate Zitieren
#7
Ihr Lachen war klar und deutlich, aber vor allem laut, in dem kleinen Raum zu vernehmen. Sie hatte sich Nachsitzen eingehandelt, nur um Zeit mit der Hufflepuff verbringen zu können? Dass sie nicht lachte! Sie hatte besseres zu tun als den Nachmittag in einem stickigen Raum mit ihrer Feindin zu sitzen. Sie könnte Zeit mit Oli oder Bella verbringen oder Quidditch spielen, aber nicht nachsitzen. Grace hatte eindeutig Wichtigeres zu tun. Was dachte Roybn, wer sie eigentlich ist? Queen von Hogwarts, der alle untertänig sein mussten, oder was? Na davon konnte sie noch sehr, sehr lange träumen! „Der einzige Grund, warum ich den Schlamm geworfen habe, war, weil du mich provoziert hast. Andere Gründe gab es da nicht“, erklärte sie einfach, wobei sie sich auf die Lippe biss, um ihr Lachen zu unterdrücken. „Als ob ich mir Nachsitzen einbrocke, nur um Zeit mit dir zu verbringen. Hast du jetzt völlig den Verstand verloren?“ Grace schüttelte nur noch ihren Kopf. Am liebsten wäre sie aufgestanden und hätte gespielt besorgt Robyns Stirn gefühlt, ob es ihr tatsächlich gut ging oder sie nicht doch an irgendeiner Krankheit litt. Aber würde die Gryffindor auch nur einen Schritt auf sie zugehen, würde die Lincoln vermutlich ausflippen. Und Grace wusste, ab wann es zu weit ging und sie sich zurückhalten musste. Den Punkt hätte sie damit erreicht.

„Oh, würdest du gerade lieber Sex mit Colin haben? Vielleicht bist du deswegen so mies drauf und hast mich provozierst, weil du heute noch nicht gevögelt wurdest.“ Grace musste sich ehrlich gesagt ein Lachen verkneifen, als sie diese Sätze herausfeuerte. Sie wollte die Hufflepuff selbstzufrieden, herausfordernd anblicken und nicht wie ein kleines Kind beim Wort Sex loslachen. Der Gedanke, dass sie deswegen einfach so mies drauf war, fand sie allerdings trotzdem urkomisch. „Hast du vielleicht ein Sexproblem, Robyn?“, wollte die Kingsfield gespielt besorgt wissen, als sie erschrocken eine Hand über ihren Mund legte. „Erstens, dir kann damit bestimmt geholfen werden, es gibt genug Anlaufstellen, versprochen. Zweitens, versteh ich das bei Colin gar nicht. Im Bett war er meiner Meinung nach noch nie gut gewesen.“ Sie zuckte unbekümmert mit den Achseln, als ob sie eine simple Tatsache festgestellt hätte, wie dass das Wasser nass oder der Himmel blau war. Aber immerhin war es wahr, sie sagte es nicht nur, um Robyn zu provozieren. Colin gehörte nicht zu den besten Sexpartnern, die sie jemals hatte. „Deswegen kann ich dir versichern, dass ich definitiv bessere Gesellschaft bin, und das werde ich dir auch noch beweisen“, erwiderte Grace grinsend und zwinkerte ihr zu.

Sollte man Robyn Glauben schenken, so hatte die Gryffindor keinen Matsch mehr im Gesicht, sondern wurde nur von ihr angestarrt, weil sie sich etwas fragte. Grace überraschte es ja, dass die Hufflepuff tatsächlich Wörter zusammenbrachte und denken konnte. Das grenzte doch schon wahrlich an ein Weltwunder! Aber neugierig war sie trotzdem, weswegen sie sich dazu entschied, einmal nicht patzig zu antworten. Sie legte ihren Kopf schief, während sie das Mädchen fragend anblickte und versuchte herauszufinden, was Robyn wohl vorhaben könnte. Sie traute ihr einfach nicht über den Weg. „Was hast du dich denn gefragt?“, erkundigte sie sich skeptisch, aber auch interessiert. Auf ihre Antwort war sie nun sehr gespannt.
Inplayzitate Zitieren
#8
Natürlich wusste Robyn, dass sie manches Mal nicht unschuldig an ihren Vergehen war, doch diesmal würde sie sich den Schuh definitiv nicht anziehen. Immerhin hätte Grace auch einfach einen ihrer dummen Kommentare ablassen können, wie sie es sonst immer tat, anstatt ihr direkt den Matsch ins Gesicht zu schleudern. „Du hättest auch einfach mit Worten um dich werfen können, bist doch sonst nicht so wortkarg“, gab Robyn zur Antwort, während ihre Augen kurz amüsiert aufblitzten. Mit einem leisen Lachen warf sie ihre dunklen Haare zurück in den Nacken und schüttelte leicht den Kopf. Wahrscheinlich wäre es besser, die Rothaarige einfach zu ignorieren und Hausarbeiten zu erledigen, doch störte sie die Anwesenheit von Grace zu sehr, als dass sie ihren Mund halten konnte. Was Colin an ihr gefunden hatte, hatte die Hufflepuff nie so richtig verstehen können, doch schien ihr Freund nicht der einzige zu sein, der Grace bereits verlassen hatte, gab es da ja unter anderem noch einen Ravenclaw in ihrem Jahrgang. Wahrscheinlich lag es einfach an der sturen und überheblichen Art der Gryffindor, dass es kaum jemand lange mit ihr aushielt, doch wollte Robyn nicht einfach irgendwelche Vermutungen in den Raum werfen.

Der plötzliche Themenwechsel veranlasste Robyn dazu, dass ihre Augen sich kurz weiteten. Jedoch würde sie das nicht auf sich sitzen lassen und hatte direkt einen passenden spitzen Kommentar auf der Zunge: „Und wie gerne ich gerade lieber Sex mit Colin hätte, als hier mit dir in einem Raum meine Zeit abzusitzen. Aber wenigstens hab ich jemanden, mit dem ich regelmäßig ins Bett kann, im Gegensatz zu dir.“ Ein gespielt mitleidiger Blick erschien auf Robyns Gesicht, als würde sie Grace wirklich bemitleiden, da sie keinen Freund hatte. „Du siehst also, dass eigentlich nicht ich die bin, die ein Sexproblem hat, sondern wahrscheinlich bist du einfach nur untervögelt, Grace.“ Wahrscheinlich wusste die Gryffindor es nicht einmal, doch war Robyn bereits vor ihrer festen Beziehung zu Colin öfter mit ihm im Bett gelandet – ganz unverfänglich als gute Freunde. Wenn die Brünette genauer darüber nachdachte, könnte es sogar auch zu der Zeit gewesen sein, als die Rothaarige mit ihrem Freund angebandelt hatte. Leicht zuckte sie mit den Schultern. „Vielleicht stellst du einfach andere Ansprüche an einen Mann, aber ich kann mich nicht beklagen“, fügte sie dann hinzu. Natürlich wusste Robyn, dass Colin nicht der Beste im Bett war, doch kam er ihren Anforderungen stets nach und war keiner der Kerle, der nur auf sein eigenes Verlangen achtete. „Aber wenn du meinst, bessere Gesellschaft für mich zu sein, dann nur los, beweise es mir“, erwiderte Robyn dann noch und zuckte leicht mit den Schultern. Grace gab in dieser Hinsicht viel auf sich, dann sollte sie wenigstens zeigen, dass dem wirklich so war. Irgendwie glaubte die Hufflepuff noch nicht wirklich daran.

Auch wenn die Brünette plötzlich wenig Lust hatte, ihre Gedanken mit der Gryffindor zu teilen, so würde sie nun keinen Rückzieher machen, wäre Grace wahrscheinlich sonst nur wieder beleidigt. „Ich frage mich, wie es eigentlich dazu kam, dass wir beide uns so gar nicht leiden können“, setzte sie deswegen nach und runzelte leicht die Stirn. Wahrscheinlich könnten die beiden Schülerinnen wirklich Freundinnen sein, würden sie sich endlich aussprechen und die Ursache für ihr Problem miteinander finden – zumindest glaubte Robyn das. Auch war sie gespannt, was die Rothaarige nun erwidern würde – ob sie nur wieder die Fehler bei der Hufflepuff suchen würde, oder ob sie wahrlich interessiert daran wäre, den Grund zu finden.
Inplayzitate Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste