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Suddenly Everything Has Changed
Elodie Moulin, Noel Prescott 22.12.2014 Yule-Ball, Große Halle
#11
So wirklich bewusst darüber war sich Elodie auch noch nicht. Darüber das sie Noel doch etwas mehr mochte als nur einen Kindheitsfreund. Ihr Unterbewusstsein spielte ihr immer wieder gerne Streiche, ließ ihr kleines Herz aussetzen oder ihren Bauch einen Purzelbaum machen. Doch ihr Bewusstsein schien das noch nicht wirklich zu verstehen, stand sie da einfach noch zu sehr auf dem Schlauch. Empfand es aber als sehr angenehm und schön Zeit mit dem Prescott zu verbringen. Sie war einfach froh wieder ihren alten Freund in ihrem Leben zu haben. Den Freund mit dem sie früher so viele verrückte und tolle Sachen erlebt hatte. Generell war es schön mit ihm die ganzen alten Erinnerungen wieder aufzufrischen und über alte Zeiten zu sprechen. Da fiel der kleinen Brünetten der unschuldige Briefwechsel wieder ein und schon fast schuldbewusst merkte sie das sie dran war ihm wieder einen Brief zu schreiben. Sie hatte die Idee von Anfang an super süß gefunden und war direkt darauf eingegangen. Warum auch nicht? So konnten sie sich auch irgendwie darüber austauschen was die letzten Jahre so passiert war und wo sie gewesen waren.

Selbstverständlich hatte sie eine gewisse Erwartung an Noel was das Tanzen anging. Immerhin hatte er eben noch gesagt er hatte geübt. Aber selbst wenn er nicht so gut tanzen konnte wie sie, würde das keinen Abbruch daran tun wie sehr sie ihn mochte. Als Freunde, selbstredend! Immerhin hatte sie ja noch keine Ahnung das da etwas mehr in der Luft lag. Das Noel ebenso sehr wie sie auf dem Schlauch stand wusste sie glücklicherweise auch nicht, es hätte wahrscheinlich auch einfach nichts geändert. Da waren sie nun. Zwei alte Freunde die sich Jahrelang nicht gesehen hatten, sich aber auf so unverhoffte Art und Weise wieder gefunden hatten und nun Beide einfach zu blind waren um zu sehen welche Gefühle da eigentlich zwischen ihnen aufkeimten. Am besten sollten sie sich Beide einfach Gegenseitig auf den Hinterkopf hauen, in der Hoffnung das ihr Unterbewusstsein dann einen kurzen Moment hatte um an die Oberfläche zu kommen und ihnen die Gefühle um die Ohren hauen konnte. Aber das war selbstverständlich nur Wunschdenken, nichts was je passieren würde. Also würde man einfach nur weiter hoffen können! Hoffen das sie Beide irgendwann ihre Brillen finden würden…
Sie spürte seinen Blick auf sich und meinte sich einzubilden das er sogar noch ein Stückchen mehr ihre Nähe suchte. Nur zu gerne ließ sie sich den unbemerkten Zentimeter näher an ihn heran ziehen und suchte für einen Moment wieder den Blick seiner braunen Augen. Haselnussbraune Augen in denen es ihr schwer fiel sich nicht zu verlieren. Kurz biss sie sich auf die Unterlippe, ehe sie wieder kurz den Blick senkte, nur um ihn dann wieder mit einem warmen Lächeln anzusehen. Ja, ihretwegen konnte das nun den ganzen Abend so weiter gehen!
Als sie dann wieder das Thema Tanzen an schnitten und er sie mit einer leichten Hebefigur beeindruckte, konnte sie sich ein glückliches Lachen nicht verkneifen. Fast schon strahlend sah sie ihn danach an. „Respekt Mister Prescott!“ meinte sie dann und es kam ihr vor als wäre das Grinsen in ihrem Gesicht nun zu einem dauerhaften Gast geworden. Seinen etwas holprigen Kommentar, tat sie mit einem lächeln ab. „Sehr gerne! Privatstunden bei Moulin. Wenn das nicht mal super klingt!“ scherzte sie dann, war aber noch immer von der Hebefigur beeindruckt.

Sein erstauntes ‚Achja?‘ ließ sie wieder amüsiert grinsen. Hatte sie ihn da etwa gerade in einem Gedanken ertappt? Sie lauschte seinen ein wenig holprig wirkenden Worten und wollte schon zu etwas ansetzten, als er ihr kurz auf die Zehn trat. Kurz zuckte sie zusammen und griff nach seinem Arm. Glücklicherweise hatte er seinen Fuß sofort zurück gezogen. Sie hatte den Blick zu Boden gerichtet und hob diesen nun an um Noel mit leicht schief gelegtem Blick anzuschauen. „Hey, alles gut! Ich lebe noch und mein Fuß auch!“ meinte sie dann, konnte sich ein amüsiertes Grinsen dabei nicht verkneifen. Irgendwie fand sie es süß wie nervös Noel in diesem Moment war und sah ihn belustigt und irgendwie zufrieden an. War er generell so nervös oder nur wegen ihr?

[…]

Der Tritt auf den Fuß war schnell vergessen gewesen und Noel hatte sich auch relativ schnell wieder gesammelt und sie hatten einfach weiter getanzt. Sie hatten noch sehr lange getanzt, etwas getrunken, etwas gegessen und dann wieder getanzt. Außerdem hatten sie viel gelacht – sehr zur Freude von Elodie – alles in einem war dies ein ganz wundervoller Abend. So wie Elodie sich diesen auch vorgestellt hatte.
Es war schon ziemlich spät am Abend als sie zusammen die große Halle verließen. Einige waren schon gegangen und die junge Moulin konnte nur noch wenige ihrer Mitschüler ausmachen. Sie hatte sich bei Noel untergehakt und ließ sich von ihm in die große Eingangshalle führen. Noch immer hatte ein ein glückliches Lächeln auf ihren Lippen, als sie zu ihm auf sah. Ihren Arm hatte sie von seinem gelöst und ihre Hand war hinab zu seiner geglitten um ihre Finger nun mit seinen zu verspinnen. Etwas peinlich berührt sah sie kurz auf ihre verknüpften Hände, ehe sie zu ihm auf sah – fast schon als würde sie nach einer Antwort suchen ob es für ihn Ok wäre. Dies war der erste Moment des Abends an dem Elodie nicht so recht wusste was und ob sie etwas sagen sollte, oder ob sie einfach den Moment genießen sollte…

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#12
Noch vor Mitternacht war er sich sicher gewesen, dass über diesem Tag ein dickes, fettes »superguter Tag« stehen würde, wenn er in seinen Erinnerungen kramte. Es war kein perfekter Tag, weil er Elodie auf den Fuß getreten war und sich mit den Worten verhaspelt hatte, aber irgendwie hatte sie ihm das alles gar nicht übel genommen - in den Muggelfilmen war das immer anders, oder nicht?! - und hatte einfach abgewunken und drüber weg gelächelt oder einfach gelacht und das Lachen hatte nie hinterhältig oder böse oder verurteilend geklungen. Nein, es war kein perfekter Tag, aber es war ein sehr, sehr schöner Tag und deshalb durfte das auch ganz fett über allem stehen, damit er es bald wiederfand und hervorkramen könnte, um darin zu blättern wie ein Fotobuch. Sie hatten irgendwie ganz viel getanzt, eigentlich ausschließlich mit so ein paar kurzen Pausen, um etwas zu essen, zu trinken - wie geplant, hatten sie sich von der Bowle fern gehalten - und für ein paar Fotos, in denen man dann vielleicht wirklich blättern konnte. Naja, die Schülerzeitung sammelte gute Laune und Elodie und Noel hatten sehr gute Laune. Sie hatten wirklich viel getanzt. Elodie hatte ihm das ein oder andere noch gezeigt und er fand, dass er ganz gut im Lernen war, auch wenn es für eine professionelle Tanzkarriere nicht reichen würde - falls das mit der Magie nichts wurde. Naja, er wollte eh keine tief ausgeschnittenen Hemden tragen und irgendeine Frau durch die Luft werfen. Wobei... vielleicht bei Elodie, weil sie so leicht war. Sie hätte sich bestimmt gut werfen lassen, aber das hatte er natürlich nicht ausprobiert, er war ja nicht größenwahnsinnig. Aber es war ja auch ohne Werferei schön und Elodie lächelte und hatte diesen Augenaufschlag drauf, den Noel nicht so richtig einzuordnen wusste, vielleicht, weil er noch nie in einen solchen genau hinein geblickt hatte. Auch etwas, das ihm in Erinnerung bleiben würde, auch wenn es nur eine Kleinigkeit war.

Irgendwann war es dann spät geworden - er hatte es nicht so wirklich bemerkt. Selbst Clary war nicht mehr da (oder er hatte sich nicht lang genug nach ihr umgesehen) und das hieß eigentlich schon immer was. Und nach Mitternacht war es ja auch schon und alles musste ein Ende haben, vielleicht dann, wenn es am schönsten war. Elodie hatte sich wieder bei ihm untergehakt und so schlenderten sie aus der Großen Halle und ließen die letzten Feiernden noch zurück. Es waren nicht mehr viele. Noel war noch so erfüllt von der ganzen Zeit, dass er vergaß, etwas zu sagen. Aber die Atmosphäre kam ihm auch überhaupt nicht unangenehm vor, auch wenn er jetzt merkte, dass den Ball zu verlassen das gleiche war, wie die Abend so wirklich ganz zu beenden und schlafen zu gehen. Streute ein paar Misstöne in seine Brust und eigentlich hatte er nicht wirklich Lust dazu; trotzdem fühlte es sich so an, als wäre es Zeit. Und dann verschränkte Elodie ihre Finger mit seinen. Noels Blick folgte ihrer Bewegung und er starrte einen Augenblick auf ihre Hände, als ob er sich davon überzeugen müsste, dass das Gefühl darin gerade wirklich echt war. Als sein Blick schließlich ihren traf, der so fragend aussah, rauschte es wieder in seinem Kopf. So wie letztlich in der Besenkammer, als sie ihn einfach so geküsst hatte. Er hatte nicht kapiert, wieso und warum, aber seine Erklärung, dass es vielleicht ein französisches Bedankungsritual war, an das er sich nicht mehr hatte erinnern können, fiel ihm wieder ein und obwohl er wusste, dass es Quatsch war (hatte er in langen, stillen Diskussionen mit sich selbst geklärt!), gefiel ihm das gerade gut. Aber Elodie sah ihn so seltsam, dass alles in ihm ins Stocken geriet. Eigentlich war er doch relativ mutig oder nicht? Er erwachte aus seiner Starre, als ein paar Schüler aus der Großen Halle kamen und lachend über den Flur verschwanden. Reflexartig folgte ihnen sein Blick und er wusste sofort, dass er es wieder verbockt hatte. Naja gut, eigentlich hatte er auch so viele Bedenken gehabt, ob es überhaupt richtig wäre. „Ähm, ich würde dich gerne noch zur Kutsche begleiten...?“, kam es ihm über die Lippen du er lächelte Elodie an, in der Hoffnung, dass es so aussah, als wäre nichts gewesen. Er räusperte sich kurz und sein Blick fiel abermals auf ihre verschränkten Hände und er stellte fest, dass sich das seltsam gut anfühlt. Kurz entschlossen drückte er ihre Hand ein bisschen, hörte sein Herz dabei stolpern und atmete tief ein, um sich ein bisschen zu beruhigen - und um sich davon zu überzeugen, dass der Abend wirklich zu Ende ging. „Komm, ich bring dich“, sagte er lächelnd und zog an ihrer Hand, bis sie sich bewegte. Er stieß das große Portal auf, stellte fest, dass es kälter geworden, und erinnerte sich an eine Szene, die er auch mal in irgendeinen Muggelfilm gesehen hatte. Er befreite sich aus Elodies Hand, um sein Jackett auszuziehen, und es ihr über die Schultern zu werfen. Kurz betrachtete er sein „Werk“ und nickte zufrieden. „Besser“, meinte er mehr zu sich selbst als zu ihr und zögerte einen kleinen Augenblick. Dann beschloss er, dass es dumm wäre, nicht wieder ihre Hand zu nehmen, und schob seine Finger zwischen ihre. Er konnte nicht umzu, dass ihm ein kleiner Schauer über den Rücken lief. Er stiefelte die Treppenstufen hinunter und zog Elodie langsam aber bestimmt über die verschneite Wiese, bis sie wieder zu ihm aufgeschlossen hatte. Es war still um sie herum, aber es war nicht unangenehm. Naja, vielleicht ein bisschen. In Noels Kopf rauschte es nämlich wieder.
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#13
Das dies ein wundervoller Abend gewesen war, stand für Elodie nun fest. Niemand konnte ihre Meinung dies bezüglich mehr umstoßen, so sehr er sich auch bemühen würde! Die junge Französin hatte nach einer Weile ein fast dauerhaftes Lächeln auf ihren Zügen wiedergefunden und war es den Abend über auch nicht mehr los geworden. Nicht das es sie groß gestört hatte, nein ganz im Gegenteil. Sie hatte die Freude in sich sehr genossen und ebenso auch die Zeit die sie mit Noel verbracht hatte. Viel zu viel Zeit hatten sie durch ihre Trennung verloren und sie hatte das Gefühl das sie diese Zeit nun versuchten wieder aufzuholen. In den letzten Wochen hatte sie auffällig viel Zeit miteinander verbracht – nur außerhalb des Unterrichts, war Elodie immerhin eine Stufe höher als ihr Kindheitsfreund – und sie hatte von Charlie auch gehört das man ab und an sogar über sie munkelte und tuschelte. Aber was dort gemunkelt und getuschelt wurde wollte die kleine Brünette gar nicht wissen. Generell war es ihr relativ egal was man über sie erzählte, solange es keine bösartigen Dinge waren. So lieb und süß die kleine Französin auch aussah und war, wenn man sie reizte konnte sie doch sehr wohl zum kleinen Teufel werden dem man besser nicht im Weg stand. Noel wusste dies zu genüge, hatte er diese Seite früher schon oft genug zu spüren bekommen. Und dennoch war er immer noch an ihrer Seite, oder besser gesagt wieder. Eine Eigenschaft die sie sehr zu schätzen wusste und weswegen sie ihm auch sehr dankbar war.
Glücklicherweise hatte er es seit ihrer Ankunft in Hogwarts noch nicht geschafft sie wieder zur Weißglut zu treiben – ganz ehrlich? Wer wollte das schon? – doch irgendwie wartete sie noch immer auf den Moment wo er wieder nicht wusste wo genug war und sie weiter neckte obwohl sie schon sichtbar genervt war. Das kam zum Glück nur seeeeehr selten vor.
An diesem Abend hatte sie aber keinen Gedanken daran verschwendet, dafür hatte sie einfach viel zu gute Laune gehabt! Und Noel war für diese gute Laune einen Großteil verantwortlich. Als ihr dies bewusst geworden war, hatte sie sich nur noch mehr darüber gefreut. Ja, sie war definitiv glücklich darüber den Prescott wieder in ihrem Leben zu haben!

Das der Abend doch so schnell vorbei gegangen war, machte die kleine Brünette traurig und dennoch war sie beflügelt von diesem wunderbaren Abend. Trotz kleiner Missgeschicke hätte der Abend perfekter nicht sein können – zumindest war das ihre Ansicht! Und um perfekt zu sein musste ja auch nicht immer alles glatt laufen.
Als sie die große Halle verließen genoss sie die Nähe zu Noel und auch nachdem sie ihre Finger zwischen seine geschoben hatte ließ dieses Gefühl nicht nach, wurde es dadurch eher noch bestärkt. Dennoch blieb die Frage im Raum stehen ob dies auch für Noel so okay war. Irgendwie hatte sie für einen kurzen Moment ein seltsames Bedürfnis in sich verspürt, fast so ähnlich wie das was sie überkommen hatte als sie in der Besenkammer gesessen hatte. Als sie zu ihm aufschaute, durchfuhr sie ein warmes und angenehmes Gefühl, welches sie gerne festgehalten und in ein Glas gepackt hätte. Nur damit sie sich immer wieder daran erinnern konnte. Das er jedoch dann von ein paar lachenden Schülern abgelenkt wurde, enttäuschte sie für einen kurzen Moment. Irgendwie hatte sie auf etwas gehofft… aber auf was? Kurz spielte ihr ihr Kopf wieder einen Streich, ließ sie auf etwas hoffen was sie nie für möglich gehalten hatte, bzw ihr Unterbewusstsein noch nicht Preis gegeben hatte. Warum sollte sie also darauf hoffen? Sie versuchte die Enttäuschung so gut es ging beiseite zu schieben und nickte lächelnd auf sein Angebot hin das er sie noch zur Kutsche begleiten würde.
Als sie raus in die Nacht traten, bekam die kleine Französin direkt eine Gänsehaut. Als hätte Noel es gemerkt löste er seine Hand von ihrer. Kurz schaute sie ihn leicht irritiert an, merkte aber weswegen er seine Hand weggezogen hatte. Kurz betrachtete sie das Jackett auf ihren Schultern, ehe sie Noel anlächelte. „Danke!“ murmelte sie leise und ließ sich dann nur zu gerne von ihm Richtung Kutsche ziehen. Seitdem sie das Gefühl gehabt hatte sie würde sich nach etwas bestimmtem sehnen plagte sie so ein seltsames Gefühl in ihrem Bauch, welches sie nicht recht beschreiben konnte. War es Frust? War sie Enttäuscht? Sie wusste es nicht genau, aber neben der Freude fühlte sie sich nun doch ein wenig niedergeschlagen. Nicht allzu sehr aber es reichte das sie das merkte.

An der Kutsche angekommen sah sie wieder zu Noel und wieder überkam sie dieses Gefühl. Sie stieg die erste Stufe zur Kutsche hinauf um sich dann zu ihm um zudrehen, sie war nun fast auf Augenhöhe mit ihm – auch wenn immer noch ein kleines Stück fehlte. Ihre Hände waren noch immer miteinander verflochten und fast schon wie in Trance Griff Elodie mit ihrer freien Hand seine andere noch freie und tat es mit diesen gleich. So standen sie nun da, die Brünette hatte kurz ihren Blick gesenkt und ein leichtes Lächeln hatte sich wieder auf ihre Züge gelegt, ehe sie ihren Blick wieder anhob und den Blick von Noel suchte…


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#14
Der Abend war ja nicht zur ein schöner Abend gewesen. Er war auch ein Date gewesen, ein erstes Date. Das musste auch bilanziert werden. Also, was stand da auf der Liste? Gutes Essen? Check. Schöne Atmosphäre? Check. Den ganzen Abend gut unterhalten? Check und getanzt hatten sie auch, also Doppel-Check. Spaß gehabt? Dreifach Check. Er hatte sich ein bisschen trottelig verhalten und Elodie hätte das Gefühl kriegen können, er wolle sie abfüllen - wegen der Bowle - aber dem stand so viel Positives gegenüber, dass er das gerne vernachlässigen wollte. Es war also nicht nur ein schöner Abend gewesen, sondern auch ein schönes Date. Ein schönes erstes Date. Ein Date - eigentlich hatte er sich mit der Wortwahl schon verraten, hatte sich und ihr eingestanden, dass er sie mochte, so richtig mochte und sie hatte nichts dagegen einzuwenden gehabt. Und trotzdem war es so chaotisch in Noel, dass er nicht einordnen konnte, was es zu bedeuten hatte und was er weiter tun sollte und ob es überhaupt was zu tun gab und wenn ja, dann wie man das anstellte. Er hatte wirklich überhaupt keine Ahnung. Aber Elodie hatte ihre Finger zwischen seine geschoben und es fühlte sich so gut und schön an, dass er hoffte, es war wirklich ein Date-Date, so wie man es nicht mit Freunden unternahm, auch wenn ihm das auch ein bisschen Angst machte. Elodie war seine beste Freundin aus der Vergangenheit und jetzt hatten sie sich wieder gefunden und es fühlte sich an wie immer, als hätte er all diese Jahre gar nicht verpasst - und dann fühlte es sich doch ganz anders an, so anders, dass er eigentlich keine Worte dafür hatte. Es war ihm passiert, dass er aus der Bahn geworfen war, oder? Clary hatte schon darauf rumgeritten und auch Ted. Noel war eher vorsichtig gewesen, aber wenn er jetzt so zu Elodie herüberschielte und sie ganz unauffällig betrachtete, dann wusste er, dass sie ihn umgehauen hatte. Einfach so. Jetzt durfte er es nur nicht versauen.

Das ihm das lag, hatte er jetzt schon mehrmals an diesem Abend verdeutlicht, aber erstaunlicherweise hatte Elodie es ihm nicht übel genommen. Als sie ihre Finger in seiner geschoben hatte, hätte ein Ted sie einfach geküsst. Oder ein Colin oder ein Phoenix oder ein Nathan. Noel hatte sich nicht getraut. Er hatte so lange gezögert, dass er den Moment verpasst hatte. Elodie tat es mit einem Lächeln ab und äußerte sich nicht dazu. Vielleicht hatte sie auch gar nicht gemerkt, dass er mit sich gerungen hatte. Oder noch schlimmer: Sie hatte überhaupt nicht damit gerechnet. Oder noch viel schlimmer: sie wollte gar nicht geküsst werden (Hier bitte einen Kreisch-Smiley einfügen), danke!). Sie nahm nur seine Jacke dankend an und Noel sagte „Dafür nich’“, weil ihm natürlich nichts Besseres einfiel. Den Rest des Weges war er damit beschäftigt, zu überlegen, was er tun sollte und was er zu lassen hatte - und zu überlegen, wie er es machte, wenn er es denn machte. Die verschiedenen, sagen wir mal großzügigerweise, »Strategien« bildeten ein einziges Wirrwarr in seinem Kopf, sodass er das Gefühl hatte, hundert kleine Wesen plapperten auf ihn ein. Joa und dann standen sie schon vor der Kutsche und Noel fragte sich, wie sie jetzt so schnell hierher gekommen waren, immerhin hatten sie sich nicht beeilt. Konnte sie nicht noch da hinten am Eingang des Schlosses sein? Das hätte mit Sicherheit all die Probleme und Fragen in seinem Kopf gelöst! »Und jetzt?«, fragte ihn sein Bewusstsein. Ja, eine gute Frage, was tat er denn jetzt?! Eigentlich hatte er beschlossen, nicht noch mal eine Chance verfliegen zu lassen, aber dafür bewegte er sich eindeutig zu wenig. Stattdessen beobachtete er nur, wie Elodie die erste Stufe erklomm. Er merkte, wie leichte Panik in ihm aufkam. Neeein, sie sollte doch noch nicht gehen! Aber sie hielt auch seine Hand weiter fest und das beruhigte ihn ein bisschen, denn er hatte eigentlich nicht vor, loszulassen. Sie drehte sich zu ihm um und angelte sich seine zweite Hand, von der er nicht wusste, was sie kurz zuvor eigentlich gemacht hatte oder wo sie überhaupt gewesen war - nichtige Details! „Noch eine Stufe und du bist tatsächlich größer als ich“, hörte er sich selbst in einem gelassenen, scherzhaften Ton sagen, vielleicht, um überhaupt irgendwas zu sagen, weil er jetzt schon eine ganze Weile den Sabbel gehalten hatte.

Aber dann sah ihm Elodie direkt in die Augen. Es war eigentlich so wie beim Tanzen vorhin, aber doch irgendwie ganz anders. Näher konnte eigentlich nicht sein und trotzdem fühlte es sich so an. Plötzlich waren all die Gedanken weg, die in seinem Hirn zirkuliert waren und nur Probleme und Sorgen geschürt hatten. Weggepustet durch einen einzigen Augenaufschlag. Noel hörte auf, sich zu fragen, ob er das durfte und wenn, ja, wie man sich anstellen musste. Er sah nur diese schönen Augen und spürte, wie sie ihn für sich einnahmen. Aber das kam ihm plötzlich so selbstverständlich und okay vor, dass er noch nicht einmal Zeit fand, darüber nachzugrübeln. Wie aus seiner Starre aufgetaut, beugte er sich vor und küsste Elodie ganz vorsichtig auf die warmen Lippen. Er hatte das Gefühl, alles in ihm flog irgendwie auseinander und das, obwohl er doch ganz genau ihre Finger zwischen seinen spürte. Wie festgehalten, geerdet, aber fühlte es sich gerade an, als wäre er sonst wo. Es war ein kurzer, sanfter Kuss gewesen, nicht hastig, aber auch nicht so lang, das daraus gleich eine Geschichte wurde. Er rückte ein Stückchen von ihr ab, blieb mit seinem Blick vielleicht ein bisschen zu lang an ihren Lippen hängen, bis er sie wieder ansah. Ihre Augen waren irgendwie immer noch so groß, vielleicht wie er ihr doch noch nah war. „Danke für den schönen Abend, ich -“ hörte er sich sagen und stockte, weil er von sich selbst überrumpelt worden war. Wenn er seine Hände freigehabt hätte, wäre er sich sicherlich durchs Haar gefahren, aber Elodie hatte ihn ja im Griff. Also presste er stattdessen kurz die Lippen zusammen, damit er nicht einfach irgendwas sagte. Er sah vom einen Auge in das andere und wieder zurück und fühlte sich wie gefesselt. Aber es war ein gutes Gefühl. „Ich dachte ich revanchiere mich mal für die Besenkammer“, sagte er schließlich und lächelte, jetzt schon wieder ein bisschen lockerer und leichter, als er gerade noch gewirkt hatte. Und gleichzeitig wusste er nicht, was er sonst noch sagen sollte, denn er musste erstmal wissen, ob es ok gewesen war, dass er sie geküsst hatte. Bei Merlin, er hatte sie echt geküsst! Der Schauer huschte ihm wieder über den Rücken und mündete in einem zufriedenen Lächeln. Als Elodie ihn geküsst hatte, war sie einfach gegangen, nachdem er den Moment verpasst hatte, irgendetwas darauf zu erwidern. Das war heute anders, denn Noel hatte nicht vor zu gehen. Er hatte nicht vor, ihre Hände loszulassen. Er würde einfach hierbleiben bis... ja, keine Ahnung, bis irgendwas halt. Und wenn sie ihm einfach nur gute Nacht sagte. Er wollte nicht so tun, als wäre das gerade nicht passiert. Das hier war ein schöner Abend und ein Date. Ein erstes Date. Hatten sie sich geküsst? Check!!!
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