Cause I know you well - Spare me the reasons
15. Januar # später morgen # im TK
Emily Simerman, Hannah Abbott 15.01.2015 Hannah's Wohnung über dem TK
#1

Cause I know you well
And you'll keep going back # And I know you will # Cause I know you well # And I will always take you back # Cause I wish you well
# Spare me the reasons

Hannah Abbott & Emily Simerman | 15.01.20154 | Der Tropfende Kessell


Ihre Haare hingen ihr strähnig ins Gesicht, so richtig darum gekümmert wie sie eigentlich aussah hatte die Abbott eigentlich seit der Silvesterparty nicht mehr. Zumindest fühlte es sich so an. Zwei Wochen. Zwei Wochen seit dem sie absoluten Mist gebaut hatte und nicht mehr wusste was sie tun sollte. Die 34jährige war wie auf Autopilot, der eigentlich nur dafür zuständig war zu funktionieren und sie am Leben zu erhalten, aber mehr im Moment wirklich nicht. Fahrig schob sie die Haarsträhnen aus ihrem Gesicht. Zweifelnd kaute sie auf ihrer Unterlippe herum und schluckte schwer. Hannah war so wütend, so enttäuscht, so traurig und verletzt, dass sie es ziemlich schnell aufgegeben hatte sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Sie wusste einfach nicht mehr was sie machen sollte. Denn letztendlich hatte sie das Beste was ihr in ihrem Leben passiert war, komplett ruiniert. Hannahs Atem stockte für einen Moment und sie schlang ihre Arme um ihre Knie, bevor sie das Gesicht auf ihren Knien vergrub und erneut begann zu weinen. Sie hatte es verdammt noch mal vermasselt und jetzt war sie ja nicht einmal im Stande es wieder gerade zu rücken.

In den letzten Tagen war sie die Szene, die sich zwischen ihr und Neville abgespielt hatte, immer und immer wieder durchgegangen nur um vielleicht feststellen zu können wo alles schief gelaufen war. Doch tief in sich drin wusste sie es einfach, es hatte viel früher angefangen, viel früher als es der ehemaligen Hufflepuff eigentlich Recht war. Neville und sie hatten sich nie wirklich ausgesprochen, hatten nie gemeinsam daran gearbeitet wirklich besser zusammen zu sein als sie eigentlich schon waren. Denn niemand war perfekt, nicht einmal sie und der Longbottom, egal wie sehr sie in der Seifenblase mit ihm davon überzeugt gewesen war. Tatsache war einfach, dass sie beide sich zu sehr in den guten Zeiten versteckt hatten, diese Moment ausgenutzt hatten aus Angst irgendwelche dunklen Gedanken, tiefsitzenden Ängste freizulegen, denen sie beide nicht gewachsen waren. Hannah wusste dass es so bei ihr war und sie kannte Neville gut genug um zu wissen dass es dem ehemaligen Gryffindor und Helden Hogwarts ebenso ging. Dass sie beide es aber so weit hatten kommen lassen war beinahe unverzeihlich, denn nun saß Hannah vor einem Scherbenhaufen. In dieser Silvesternacht hatte sie förmlich hören können wie sie Nevilles Herz gebrochen hatte, dabei hatte sie das nicht gewollt. Sie hatte doch einfach nur alle aufgestauten Probleme auf einmal angesprochen und den Longbottom ziemlich derbe vor den Kopf gestoßen. Sie leckte sich über die spröden Lippen und wischte sich mit den Ärmeln von Neville Pullover über die Augen. Sie hatte gar nicht gewusst dass sie so viele Tränen in sich hatte, immerhin war das neue Jahr schon fast 2 Wochen alt und sie hatte noch nicht wirklich aufgehört zu weinen. Und selbst wenn hätte die Blondine es sicherlich nicht bemerkt, die Zeit flog einfach an ihr vorbei, während sie sich in ihrem Schmerz wohl am meisten selbstbemitleidete. Denn anstatt in Aktion zu treten und dafür zu kämpfen was ihr so sehr am herzen lag, war sie in eine Starre verfallen. Eine Starre, die dadurch ausgelöst worden war, das eine ihrer größten Ängst genau so wie befürchtet real geworden war.

Was eigentlich noch schlimmer war, sie hatte Emily in den letzten Tagen einfach ignoriert. Natürlich hatte die Simerman nachdem Hannah nicht mehr auf der Party aufgetaucht war sich gewundert was wohl geschehen sei. Fast täglich, wenn nicht sogar mehrmals täglich hatte Hannah eine Eule von ihrer besten Freundin bekommen. Die Abbott hatte sich jedoch nicht im Stande gefühlt zu antworten und hatte die Eule immer mit leeren Krallen zurück geschickt. Hannah war sich sicher dass die ehemalige Ravenclaw schon längst über alles Bescheid wusste, Hannah wäre überrascht wenn Emily noch nicht die Nachricht erreicht hatte dass Neville und sie. Die Blondine schluckte, ließ sich auf die Seite fallen und zog ihre Knie an. Nicht dass diese beschützende Haltung irgendetwas brachte, es beruhigte nicht einmal mehr und eine der wenigen Personen die sie jetzt nur hätten beruhigen können war einfach in unendliche Ferne gerutscht. Und noch schlimmer, er hatte sie einfach stehen lassen. Sie falsch verstanden und war dann einfach gegangen. Sie war so wütend dass er einfach aufgegeben hatte, war aber auch wütender auf sich selbst dass sie einfach viel zu lange gewartet hatte. Kein Wunder dass Neville an ihr angefangen hatte zu zweifeln und am Ende auch noch an sich selbst. Sie konnte ihm diese Gefühle nicht verübeln, aber wieso war er einfach verschwunden? Wieso hatte er nicht die Chance genutzt endlich alles zu bereinigen, sie konnte doch wohl nicht die Einzige gewesen sein die spürte dass etwas nicht richtig gewesen war.
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#2
Emily Simerman hatte in ihrem Leben schon so einiges durchgemacht. Hatte so manches Tief überlebt und die, anfänglich recht wenigen, Hochs genossen. Sie wusste, wie schwierig es in einer Beziehung sein konnte. Würde sie behaupten, in ihrer wäre immer alles super gelaufen, würde sie lügen. Denn auch in ihrer, mittlerweile 15-Jährigen, Ehe mit Daniel waren so manche Steine im Weg gelegen. Auch heute noch lief es nicht immer so einwandfrei, wenn auch Streit eher selten bei ihnen entstand, dazu schien Daniel irgendwie kaum in der Lage zu sein. Trotzdem konnte die fünffache Mutter durchaus nachvollziehen, wie es einen ging, wenn man mit dem Partner, den man so liebte, verkrachte. So war es wohl kaum verwunderlich, dass Emily, kaum waren mehr Informationen zu ihr durchgesickert, Hannah Briefe geschrieben hatte. Doch jeder ihren Brief blieb unbeantwortet, immer wieder kehrte ihre Eule betrübt und ohne Antwort zurück. Es war nun mittlerweile ein paar Tage vergangen und die 34-Jährige spürte die Unruhe in ihr wachsen. Wahrscheinlich war mehr im Busch, als dass man ihr hatte anvertraut. Mittlerweile tigerte sie unabwegt durch die Wohnung, wobei sie dann doch wieder an ihren Schreibtisch aus Mahagoni, den sie von ihrer Großmutter geerbt hatte, setzte und ein weiteres Pergament zückte. Manchmal wünschte sich Emily, das Hannah doch so etwas wie ein Telefon benutzte. Diese Art von Kommunikation war so viel schneller und man konnte jemanden so viel mehr erzählen. Auch tat man sich leichter, zu erkennen, in welcher Stimmung der Gesprächspartner war, immerhin log man zumeist, wenn jemand fragte, wie es einen ginge. Immerhin tat sie das selbst ab und an, wenn sie jemanden nicht gerade unter die Nase reiben wollte, dass es ihr gerade eben nicht so gut ging. Das hatte viele Personen auch absolut nichts anzugehen. Doch das hier was ganz anderes. Hier ging es um Hannah, die praktisch zur Familie gehörte. Sie war seit der Geburt ihrer ersten Tochter bei ihr gewesen, hatte sie in allem unterstützt, wie auch ihr Verlobter Neville. Und jetzt soll ein, wie sie fast fand, kindischer Streit und die Unfähigkeit dieser zwei Menschen dazu führen, dass sie das, was sie aufgebaut hatten, in den Sand setzen? Das konnte und wollte sie nicht zulassen. Immerhin konnte der eine doch nicht ohne den anderen! Sie brauchten sich, so wie sie Daniel und er sie brauchte. Es war wohl Zeit, nachdem auch der zehnte Brief ohne Antwort blieb, Hannah selbst aufzusuchen und ihr mal die Meinung zu geigen. Und so griff die Simerman nach ihrer Jacke, sowie Schal, Mütze und Handschuhe und machte sich auf den Weg in den tropfenden Kessel.

Dort angekommen, ging sie durch die schwere Eichentür, durchquerte den Schankraum und stieg die Treppen empor. Da sie vor vielen Jahren einmal einen Schluss von Hannah bekommen hatte, war es für sie ein leichtes, in die Wohnung zu gehen. Sie fand das Häufchen auch relativ rasch. Hannah wirkte nicht nur so, sie war es auch. Sie wirkte abgekämpft, als hätte sie sich seit zwei Wochen kaum vom Flecke gerührt und wirkte ungepflegt. Alles Dinge, die absolut nicht zu der Abbott zu passen schien. Wortlos trat sie zu ihrer besten Freundin, setzte sich neben sie und zog sie sanft zu sich. „Ich hab mir sorgen gemacht…“, flüstert sie und strich Hannah beruhigend über den Rücken. Sie konnte nicht sofort mit der Tür ins Hausfallen, das war taktlos und nicht gerade ihr Stil. Im Grunde musste Hannah selbst mit der Sprache herausrücken, insofern sie wollte. Sanft löste sie die Hände und zwang Hannah, den Kopf zu heben. „Du siehst schrecklich aus, weißt du das?“ Ein warmes Lächeln legte sich auf ihre Züge und man konnte die sanften Lachfältchen sehen, die sich in die weiche Haut eingegraben hatte. Auch eine Emily Simerman wurde älter und die Spuren der Zeit waren bestimmt nicht spurlos an ihr vorbei gegangen. „Am besten ich steck dich jetzt erstmal unter die Dusche und dann erzählst du mir, was passiert ist.“, erklärte sie nun, zog Hannah mit sich und schleppte sie in das kleine Bad der Wohnung. Das war ja nicht weiter mit anzusehen.
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#3
Seit Silvester hatte Hannah sich einfach nicht aufraffen können die Wohnung zu verlassen. Einer ihrer Angestellten hatte seit dem die Leitung des Kessels übernommen und Hannah hatte sich ihrem Leid ergeben können. Silvester, ein Abend der eigentlich den Start in ein besseres neues Jahr einleiten hätte sollen, aber vollkommen anders ausgeartet war. Sie vermisste Neville so schrecklich, ihr Herz schmerzte und doch konnte sie seine Worte und sein Verschwinden nur in den Sinne deuten dass sie dank ihres fehlenden Vertrauens in ihn alles kaputt gemacht hatte. Die Blondine schluchzte und kauerte sich in einem Ball auf dem Bett zusammen. In ihrer Hand zerknüllte sie ein zu oft benutztes Taschentuch und mit der anderen zog sie sich das Sweatshirt über die Nase. Sie vermisste ihn so sehr dass es sie innerlich zerriss. Erneut schluchzte Hannah auf und schloss krampfhaft die Augen, in der Hoffnung dass sie wirklich gerade nur einen verdammten Albtraum hatte. Oft hatte sie in den letzten Tagen gehofft aufzuwachen um festzustellen dass Neville neben ihr war und alles nur ein böser Traum gewesen war. Doch diese Hoffnung, dieser Wunsch war ihr nicht erfüllt worden und diesen Zustand als Realität akzeptieren zu müssen war wirklich ein Kraftaufwand den Hannah nur mit Mühe hinbekam, aber das dann auch nur mehr schlecht als recht.

Als ein Schlüssel im Schloss ihrer Tür herum gedreht wurde und sich die Tür öffnete, sprang Hannahs Herz plötzlich. Sie setzte sich ruckartig auf, in der Hoffnung dass Neville vielleicht doch wieder nach Hause gekommen war. Doch die Silhouette im Türrahmen war nicht der ihres Verlobten und die Hoffnung in ihr starb ebenso schnell wieder sie gekommen war. Sofort sank Hannah wieder in die Kissen und rollte sich zusammen. Emily, niemand anderes, setzte sich zunächst wortlos neben sie aufs Bett und zog sie an sich. Hannah hatte lange versucht die Realität dort draußen einfach zu ignorieren. Immerhin war es bisher ja nur sie selbst gewesen die sich hatte damit abfinden müssen. Sie und auch Neville. Doch je mehr davon Wind bekam, desto wirklicher wurde das ganze doch nur. Dass ihre beste Freundin nun bei ihr war, sie im Arm hielt machte Hannah nur bewusste dass es wohl doch real war. Die Blondine schluchzte auf und klammerte sich an Emily fest. "Er ist weg.....", nuschelte sie einfach in Ems Armen, während diese ihr über den Rücken strich. Hannah wollte diese Realität nicht, sie wollte ihren Neville wieder bei sich haben. Sie hatten doch so vieles zusammen durchgestanden, hatten so viele Höhen und so viele Tiefen bestanden und jetzt sollte wirklich alles zuende sein. Erneut schluchzte die Blondine und blickte Emily an, die sie förmlich dazu zwang. Dass sie nicht besonders toll aussah war ihr schon selbst bewusst. "Na und...", nuschelte Hannah mit düsterer Miene und kratzender Stimme, wischte sich über ihre verweinten Augen und löste sich von ihrer besten Freundin um sich wieder in ihren Kissen verstecken zu können. Natürlich wusste sie dass sie sich nicht für immer hier verstecken konnte, aber jetzt fand sie keine Kraft das zu ändern. Sie hatte keine Kraft in sich dem Vorschlag Emilys nach zu kommen. Sie starrte vor sich hin, zwirbelte eine der Federn ihres Kissen zwischen ihren Fingern und wurde im nächsten Moment aber schon von Emily aufgezogen. Sie hatte keine andere Wahl als ihrer besten Freundin in Bad zu folgen. Hannah sträubte sich nicht einmal mehr dagegen, irgendwie war es ihr egal. Immerhin änderte eine Dusche oder sich zurecht zu machen nichts an der Tatsache dass Neville nicht mehr hier war.

Offen hätte Hannah das sicherlich nicht zugeben können, aber das heiße Wasser der Dusche hatte so gut getan dass sie erst einmal für eine gefühlte Ewigkeit unter der Brause gestanden hatte. Selbst wenn es sie innerlich immer noch sehr sträubte, so fühlte sie sich ein wenig lebendiger. Dennoch streifte sie sich einen Pulli von Neville über und band ihre Haare mit dem Handtuch in einen Turban auf ihrem Kopf hoch. Den Anblick im Spiegel vermied sie, sie schämte sich zu sehr um sich selbst anzusehen. Immerhin war das alles ihre eigene Schuld gewesen. Wortlos tapste sie nun aus dem Bad, wieder in Richtung Bett nur um sich dort wieder auf der Seite zusammenzurollen. "Er ist weg...was gibts anderes zu sagen.", nuschelte sie schließlich doch und presste ihre Lippen fest zusammen.
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#4
Wenn die Liebe einfach wäre, würde man nicht andauernd hören, dass sich Paare getrennt haben. Schon ihre Mutter hatte immer gesagt, dass Liebe Arbeit war und auch Emily selbst wusste es. Sie hatte Kämpfen und Leiden müssen, hatte so vieles in die Waagschale gelegt, bis alles sich doch zum Guten gewendet hatte und doch war auch jetzt nicht alles rosig. Manchmal fragt sich Emily ehrlich, ob sie nicht doch eigentlich sechs Kinder hatte und keine fünf. Wobei sie mit dem sechsten verheiratet war. Und doch liebte sie Daniel abgöttisch – mit all seinen Eigenarten und Marotten. So war er einfach. Kurz legte sich ein Lächeln auf ihre Lippen, als sie an ihn dachte. Sie war so froh, dass sich alles, nachdem es doch so hoffnungslos damals wirkte, zurückgekehrt war. Doch nun ging es nicht um sie, sondern um Hannah, die wirklich in einer großen Krise steckte. Wie gern würde sie den beiden gerade den Kopf waschen und ihnen klar machen, was sie hier aufs Spiel setzen.
Als Hannah die Umarmung erwiderte und nur leise Er ist weg murmelte, seufzte Em leise. Was soll man da nur darauf erwidern? Ja ich weiß? Neville war nicht weg. Die zwei mussten sich nur wieder annähern, so schwer konnte das doch nicht sein. Bei Merlin. Das Emily innerlich eigentlich ziemlich aufgebracht war, zeigte sie dem Häufchen nicht. Das wäre nur kontraproduktiv und würde sie nur noch mehr zurückwerfen. Wenn auch Emily wohl irgendwann wütend würde, verfloss Hannah zu sehr in ihrem Selbstmitleid. Zwar schaffte auch Emily dies das ein oder andere Mal, doch dann trat ihr Hannah auch in den Arsch und so tat sie das nun bei ihrer Freundin.
„Nichts na und! Du wirst sehen, eine Dusche kann so manches ändern und mit frischen Kopf kann man an die Sache ganz anders gehen.“, erklärte Emily, als sie Hannah ins Bad beförderte. Ausziehen und sich Schlussendlich in die Dusche stellen konnte Hannah selbst, sie selbst würde die Zeit nutzen und Wasser aufsetzen. Mit einer Tasse Tee konnte man besser Nachdenken und das war hier von Nöten. Ein Plan musste her, um Neville und Hannah wieder zueinander führen. Sie goss Wasser in den Teekessel, setzte ihn auf und kramte durch die Schränke, um Tee zu finden. Tatsächlich fand sie eine angebrochene Fruchtmischung, nahm ein paar Beutel heraus und legte sie in die Kanne, als schon der Kessel zu Pfeifen begann und sie das Wasser in die Kanne geben konnte. Hannah kam aus dem Bad und bewegte sich wieder in Richtung Schlafzimmer. Seufzend nahm Emily zwei Tassen und die Kanne und folgte ihr. Dort stellte sie alles auf den Nachttisch, schenkte beiden ein und seufzte erneut. „Natürlich gibt es was anderes zu sagen.“ Emily ließ sich neben Hannah nieder und sah sie an. „Setz dich doch endlich auf den Hosenboden und Kämpfe um das, was dir wichtig ist. Ich dachte, du liebst Neville. Mehr als andere?“, sie klang herausfordern und ihre dunklen Augen fixierten die Blondine. „Ich musste auch um meine Liebe kämpfen! Und Daniel hatte mich damals nicht geliebt, sondern eine andere und trotzdem habe ich nicht aufgegeben! Also hör ENDLICH auf dich in deinem Selbstmitleid zu wälzen!“ Sie klang wütender und ruppiger, als eigentlich beabsichtigt, doch dieses hin und her dieser zwei ging ihr langsam an die Substanz. War ja nicht so, als hätte sie etwas Ähnliches nicht schon einmal gehabt. Es machte sie wahnsinnig. Reichte es nicht, dass sie Zuhause zumeist gute Nerven behalten musste, wenn wieder alle da waren? „Und jetzt komm mir nicht mit irgendwelchen Ausreden und bei mir sei alles anders gewesen. Nein war es nicht. Ich hatte eine viel beschissenere Ausgangssituation als du, wenn ich dich daran erinnern soll. Trotzdem haben wir es irgendwann geschafft, nachdem ich fast drei Jahre auf ihn gewartet habe. Ich wäre froh gewesen, wenn es anders gewesen wäre.“ Nun spürte sie selbst, wie ihr Tränen kamen, als sie an all den Schmerz zurückdachte, die Angst, das Daniel nie wieder zurückkehren würde, sie alleine lassen würde, nichts von seiner Tochter wissen wollte. Doch all das hatte Hannah nicht. Sie hatten einfach nur einen dämlichen Streit! Verdammt nochmal. Nun griff sie hinüber und nahm ihre Tasse Tee, nahm einen Schluck und seufzte erneut. Sie hatte schon lange nicht mehr so oft geseufzt. Sie war eindeutig sehr aufgebracht.
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